Archiv der Kategorie 'Regentage'

paralysée par la peur.

Angst davor, meine Meinung zu äußern, weil sie nicht wichtig, nicht richtig, nicht fundiert genug ist. Größere Angst, nichts zu sagen. Die Politik und die Nachrichten zu vergessen und mich auf mein kleines Leben zu konzentrieren und abzuwarten, bis Nazis und Rassist_innen einen Terroranschlag instrumentalisieren um noch mehr Menschen von ihren Positionen zu überzeugen. Abzuwarten, bis die Mutigen mutlos werden. Angst vor Religion, Angst vor Selbstgefälligkeit, Angst vor Macht, Angst vor Hass, Angst vor dem Abendland, Angst vor Ignoranz, Angst vor Intoleranz.
Angst wegen Anschlägen auf Zeitungsredaktionen, Moscheen und Dönerbuden.
Angst vor Menschen, die sagen: „Religionskritik ist nicht mehr möglich, ohne hingerichtet zu werden“.
Angst, den Falschen Angst zu machen.
Angst, den Richtigen keine Angst zu machen.

Keine Ahnung, ob ich Charlie bin. Wenn es das bei uns gäbe, dann würde ich schreiben: #illridewithyou. Weil es das bei uns nicht gibt, schreibe ich eben: #jesuischarlie. Auch wenn ich Angst habe, dass das nicht stimmt. Ich wünsche mir immer noch, dass Ihr einfach mal einseht, dass wir alle nur Menschen sind, die ihr Bestes geben.

Don‘t come closer or I‘ll have to go.

- no one told me how to live alone.

Ich habe mir eine Aufgabe gestellt, die ich erfüllen will. Das Leben, das ich jetzt lebe ist befristet, das darf ich nicht vergessen. Melancholie kann ich so nicht überwinden, auch nicht das Gefühl Dinge zu verpassen.

Wir haben den Krieg gelernt, in meinem Alptraum. Wir haben uns gegenseitig umgebracht, in der Wüste in der wir waren. Der Sand roch gelb und nach Blut. Soviel haben wir verborgen, voreinander. Schrapnell wird für weiche Ziele eingesetzt, für Menschen. Ich möchte den Krieg vergessen, möchte das Leben vergessen, das ich jetzt lebe. In den Arm genommen hast du mich nicht.

Es war eine wahnwitzige Idee, mich auf all das einzulassen. All den ‚was wäre wenn’s‘ zu viel Bedeutung beizumessen und mich zu verlieben. Dass es leicht ist, kann ich nicht sagen, aber es ist so leicht. Ich würde mir wünschen, ich hätte dich nie kennengelernt. Ich würde mir wünschen, dass ich Abschied nehmen kann.

Denn dem Krieg möchte ich entgehen. Der Traum war so eng und so wahr und als ich in der Nacht aufwachte und die Regentropfen am Fenster beobachtete tat die Welt mir weh. Am Morgen danach „Full Metal Jacket“. Essen konnte ich nicht dabei, nur geweint hätte ich gern. Wenn die Musik da ist und die Wolken ganz schnell vorbeiziehen, an dem Fenster neben dem ich gerade liege, dann kann ich atmen. Aber die Wolken werden die Wüste nie erreichen. Jeder stirbt alleine im Krieg.

Ich werde dich verlassen und das weißt du. Ich werde dich verlassen, das hoffe ich zumindest.

Love until we bleed./(w)irr.

Die Wörter fehlen.
Die frische Frühlingslandschaft in mir ist verdörrt, eine unheimliche Einöde ist das, was bleibt. Staub wirbelt auf, bei jedem Schritt den ich tue, und ich kann mich auch nicht mehr erinnern wie es war, am Meer in der vergangenen Woche. Wir sind erwachsen geworden und wenn man erwachsen wird, dürfen keine Blumen mehr in einem wachsen. Mit Salzwasser könnte ich sie vielleicht wieder zum Blühen bringen, aber das einzige salzige Wasser das ich habe sind meine Tränen.
Kann ich nicht auf DEL drücken? CTRL und dann einen Menschen auswählen und dann DEL? Sonst ist mein Herz zu schwer vor Traurigkeit, ich kann es dann nicht mehr gut mit mir herumtragen. Wie eine Wahnsinnige irre ich durch mein virtuelles Paradies und vermisse wieder. Natürlich könnte jetzt eingeworfen werden, ich habe doch keinen Grund zum Vermissen. Ich habe alles, mir geht es gut.
Ich liebe immer ein bisschen und der Sommer steht auch vor der Tür. Aber da ist die Einöde, da ist die unendlich weite Tristesse. Himmelhochjauchzendzutodebetrübt? Until we bleed.
Jetzt sitze ich wieder über dem Abgrund, denke abgründige Gedanken und würde gerne Zigarette um Zigarette rauchen. Die Zigaretten fehlen. Die Wörter fehlen.

Ich erklimme den Hügel in der Mitte der Einöde und drücke DEL, DEL, DEL, DEL! Die Taste klemmt oder ist falsch belegt. Zumindest passiert nichts und ich kann mich nur noch den Konsequenzen stellen. Der Hügel bricht ein und ich werde von einer gigantischen Staubwolke eingehüllt. Keine Karawane kommt angeritten um mir den Weg nach draußen zu geleiten.

In der Nacht suchte ich dich; in der Nacht fand ich zu dir.

Wir wanken gemeinsam durch die Wirren der Nacht, durch die Turbulenzen in unseren Köpfen und wir kommen uns nah. Ich sehne mich nach dir und ich verwünsche dich dafür, dass du meinem gierigen Herzen delikate Appetitmacher zugeschnippt hast, ohne dass du und ich je die Konsequenzen in ihrem gewaltigen Ausmaß auch nur ansatzweise begreifen konnten. So viele Worte hämmern gegen meine Schädeldecke; Zuneigung zu dir lähmt mich und ist die einzige Triebkraft die ich besitze. Eigenmächtiges Denken habe ich aufgegeben, Ratio kenne ich nicht mehr.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit kommt. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich einmal so weit unten landen würde. Da verleugne ich dich in dem Maße in dem ich dich begehre. Ich sehe zu, wie ich ausblute und denke nicht einmal daran, die Wunde zu versorgen. Mein Kopf und mein Bauch schmerzen vor irrationalen Ängsten – sieh, wie der Horizont verbrennt.

Wie könnte ich dich jetzt noch vergessen? Ich krieche durch die Wüste, hab schon lange den Boden unter den Füßen verloren und wünsche mir, dass der Treibsand mich verschluckt. Vielleicht sollte die Wüstensonne mich wärmen, vielleicht könnte ich endlich schlafen, würde ich mich in den heißen Sand legen.
Meine Kehle trocknet aus aber ich finde den Weg aus der Wüste nicht mehr. Es war doch meine Schuld, ich habe mich doch selbst hier hingeführt.

Wäre ich nur still gewesen. Ich hätte mein Leben einfach fortführen können, würde nun nicht unter der gleißenden Sonne über diese Schutthalde wanken. Die Umgebung hat sich verändert. Statt Dünen und rauem Sand unter den Füßen laufe ich nun über ausgetrockneten Schlamm, über gigantische Geröllfelder.
Hier ist der Nabel der Welt, hier begann mein Leben und hier wird es enden. Hier werde ich für immer bleiben.
Vom Himmel regnet es dickflüssige, weiße Tropfen. Der Boden reißt auf, eine gewaltige Welle überschwemmt mich: Ich befinde mich in einem eben noch ausgetrockneten Flußbett.

Während ich atemlos mit den Fluten ringe möchte ich lachen wie eine Besessene, weil ich an das Glück denken muss, das ich empfand als wir uns berührten. Sehnsucht bleibt the hope of lonesome nights. Auch du hast gelächelt, daran erinnere ich mich.

Ich kann dir nicht verzeihen, dass du mir den Verstand nahmst. Nachdem ich ertrunken bin, erwache ich wieder mit Bauchschmerzen. Ob ich versuche, den verdammten Feuerball am Himmel mit dem Blut zu löschen, das dieser alberne Muskel in meiner Brust durch meinen Körper pumpt, kann ich nicht erkennen. Es ist viel zu hell hier. Anscheinend ist schon lange nicht mehr Nacht.

Enough of me.

Die Welt scheint dumpf durch den Regen.
Die klare, kalte Bauweise des Gebäudes und mein leeres Inneres verstärken das Gefühl der Entfremdung zusätzlich. Ich bin gefangen in einem Raumschiff, im ewigen Regen, in einer Blase voller Fruchtwasser. Hier gehöre ich nicht hin; mir scheint, dieser Ort will mich fort von sich stoßen. Will mich abweisen wie ein Gore Tex-Mantel das Wasser.

Ich wandere in dem Gebäude herum. Auto-Skelette und hundert oder mehr Esspressomaschinen umgeben mich. Kleine Tusche-Zeichnungen von Pferden und von sich liebenden Menschen hängen an der Wand. Jedes Wort, das ich laut ausspreche, wird tausendfach widerhallen. Ich vermute das zumindest. Nicht, dass es Worte für das Chaos in meinem Kopf gäbe.

Und doch, meine Stimme hat mich nicht verlassen. Ich kann nicht an mich halten und gehe auf eine der stummen Personen zu, die offenbar irgendwo außerhalb von mir existieren. „Entschuldigen Sie“, sage ich durch den dicken Nebel, „Ist dieser alte Mac tatsächlich nur so klein?“ Die Person hebt ihr graues Gesicht aus dem Schatten, von dicken Staubschichten bedeckt, die abzukratzen unmöglich sind.

„Das ist der Fortschritt. Hier sehen Sie die Geschichte der Technik, angereichert auf einem kleinen Tisch. Früher war das unvorstellbar. Es ist immer alles weiterentwickelt worden, immer alles verfeinert und verbessert worden. Das Material aus dem das ist, ist nahezu unverwüstlich. Es gibt so viel Müll auf der Welt, so viel Müll. Und alles worum sie sich scheren, ist es die Technik weiterzuentwickeln. Das ist der Kreislauf. Aber jetzt sind sie soweit, jetzt haben sie das Material gefunden. Ich darf das noch gar nicht sagen, noch ist es geheim. Aber es ist unzerstörbar, das müssen Sie sich einmal denken: Unzerstörbar.
Diese kleinen Roboter könnten wir losschicken und sie könnten alles sauber machen, alles von dem Müll reinigen, den die Menschen machen. Sie selber sind unverwüstlich, sie bleiben nirgendwo liegen und verrotten. Nein, sie werden immer weiter emsig Müll einsammeln, so stelle ich mir das vor.
Die Orte der Ruhe, sie sind so wichtig. Aber darauf achtet niemand mehr, niemand bedenkt, dass es solche Orte zu erhalten gilt. Überall sind die Abgase, der Lärm. Überall sind wir im Stress, aber wir merken das nicht. Deswegen sind die Orte der Ruhe so wichtig, so unglaublich wichtig.
Es gilt sie zu erhalten und die Roboter könnten dabei helfen. Es sollte keine Autos mehr in den Städten geben, dann wäre die Luft besser. Im Schwarzwald da irgendwo, da gibt es eine Stadt, vielleicht kennen Sie die? Dort fließen nur Bäche in der Stadt und es gibt in der Innenstadt keine Autos. Dort ist die Luft besser, das sollte es öfters geben solche Orte der Ruhe. Auch innerhalb der Zivilisation, verstehen Sie?
Aber die Roboter können zu einer besseren Welt beitragen, das glaube ich. Das ist meine Vision, können Sie das verstehen?“

Zum Antworten komme ich nicht, die Person spricht immer weiter, wird immer weitersprechen. Ich bin gefangen in diesem Redeschwall, unfähig mich zu rühren. Ich werde immer hier stehen bleiben. Meine innere äußere Stimme sagt leise zu mir: „Offenbar gibt es viel zu sagen, offenbar hat diese Person sich schon lange nicht mehr unterhalten.“

Alors on danse.

Gerne wäre ich ein Jemand. Ein Jemand in dieser Welt. Nicht ein Jemand in der Gesellschaft und auch nicht aufsteigende Elite. Stattdessen: Mich behaupten können und Worte finden für das Unaussprechliche. Worte für alles was in meinem Kopf ist. Stattdessen finde ich immer wieder nur das Stattdessen. Wie es mich zerfrisst; das „Stattdessen“. Wie ausgehöhlt ich mich fühle, wie leer. Eigentlich müsste ich rot anlaufen vor Scham, wenn ich mich beim leben beobachte. Stattdessen – oh, verfluchtes Stattdessen! – hat die Scham mich, wenn ich meine Wahrheit spreche. Für diese Zeilen schäme ich mich, denn sie gehören zu mir. Zu keinem gestellten Mir; nicht zu dem Mir der Öffentlichkeit. Nur zu mir.

Kennst du den Moment vor dem Koitus? Dieser Augenblick, in dem die Lust die Ungewissheit überflutet; alles sich noch mehr entzweit bevor es eins wird, bevor die Sinne siegen. Ich bin dieser Moment, für immer. Fiebernd vor Erwartung harre ich aus, doch ich kann weder zurück noch nach vorne.

In meinem Kopf bin ich, das ist Eins. Nach außen spiele ich, das ist das Andere. Und schreckliche, furchtbare Angst habe ich davor, dass ich nie Worte finden werde. Oder ich finde sie – und ich verheimliche sie vor der Welt. Vor meiner Welt. Wenn ich so darüber nachdenke, werde ich so müde. All das habe ich schon tausendmal gesagt, habe schon tausendmal gesagt, dass ich es gesagt habe und drehe mich nur weiter im Kreis. Die Angst vor dem Versagen ist es, die mich versagen lässt. ( & auch das sagte ich schon, habe ich im Gefühl).

Ehrlich gesagt,

mag ich gar nicht erwachsen werden. Ich weiß auch nicht. Ich fürchte um irgendetwas, wovon ich nicht so genau weiß, was es ist. Und dabei tu ich doch die ganze Zeit nichts anderes, als auf das Erwachsenwerden hinzuarbeiten. Viel zu groß bin ich schon geworden.

„Hello, is there anybody in there?“

Alles hat seine schlechten Seiten. Auch Amsterdam. Und weil mir erstaunlich viel aufgefallen ist, was es Wert ist gebloggt zu werden kommt also heute der „Es ist unglaublich toll und wunderbar und super hier und im Grunde moechte ich immer hier bleiben aber manches erschreckt mich doch, und das waere, Doppelpunkt“-Blogeintrag. Fangen wir mal mit dem an, was nicht wirklich erschreckend aber doch zumindest amuesierend ist:

Museen
Abgesehen davon, dass hier natuerlich auch das wunderbare Van Gogh-Museum ist und im Moment wohl eine Rembrandt-Ausstellung mit seinem ganzen Werk (oder gibt es hier ein richtiges Rembrandt-Museum? Immerhin ist er hier gestorben aber das weiss ich jetzt gar nicht), gibt es eben auch Museen die ich weniger gerne sehen wuerde, die wohl aber einer DER Touri-Hits schlechthin sind. Die Namen sagen schon alles: Sex-Museum, Folter-Museum, Vodka-Museum. Aeeeehm, ja. Naja :D

Weniger lustig ist allerdings:

The Red Light District
Gut, gluecklicherweise hat J. uns am ersten Tag gewarnt, dass Frauen dort nie, auch nicht zu zweit, hinsollten. „The police don‘t care about the red light district. If there’s one more girl behind the windows – they don‘t see that. I knew a few girls who were forced to work there. The pimps just stole the passports and identity cards and so it’s not that easy for the police to help them and that’s why the police just don‘t care about the red light district. They care about EVERYTHING about Amsterdam but the red light district.“ Einmal haben wir uns, weil es regnete, verlaufen und landeten in einer Strasse die eben dorthin fuehrte. Natuerlich sind wir umgekehrt und schnell zurueck gegangen, als wir das gemerkt haben. Aber die Frauen einfach so hinter den Fenstern zu sehen, fast unbekleidet und tanzend, das war schon richtig heftig. Was ich auch richtig heftig finde, ist, was amsterdam.info auf der Seite „Sehenswuerdigkeiten“ ueber das Rot Licht Viertel schreibt (ich kann nicht verlinken, aber hier: http://www.amsterdam.info/de/sehenswuerdigkeiten/):

„Man kann nicht wirklich behaupten in Amsterdam gewesen zu sein ohne das berühmt berüchtigte Rot-Licht-Viertel gesehen zu haben. Das Viertel bietet nachts aber auch tagsüber eine ganz besondere Atmosphäre. Ganz offensichtlich wird hier Sex gegen Geld angeboten und Frauen fast jeden Alters und Herkunft sind in den rotbeleuchteten Fenster zu begutachten. Seien Sie aber auf der Hut vor Taschendieben besonders am Wochenende Unmengen von Touristen das Rot-Licht-Viertel durchziehen.“ (Zitat von www.amsterdam.info am 31.8.2009)

Aha, da kann man also Frauen begutachten. Ganz toll. Ich werde von mir jedenfalls wirklich behaupten, in Amsterdam gewesen zu sein und bin froh, dass ich das beruehmt/beruechtigte Rot-Licht-Viertel nicht gesehen habe. Andere, auch wenig erfreuliche Sachen hab ich aber gesehn:

„He’s not my brother“
Gestern Abend sind wir mit dem Bus nachhause gefahren und an einer Stelle ist ein anscheinend obdachloser Mann mit drei grossen Kissen eingestiegen. Ob er in dem Bus schlafen wollte oder einfach in der Waerme sein oder einfach Bus fahren, das weiss ich nicht. Zumindest gab es aus irgendwelchen Gruenden Stress mit dem Busfahrer und der Obdachlose hat mit einem Zehneuro-Schein herumgewedelt. Aber der Bus ist nicht weitergefahren. Vor der Bustuer standen mehrere Menschen die einsteigen wollten, aber das nicht konnten weil es eben die Auseinandersetzung zwischen dem Busfahrer und dem Mann gab. Irgendwann hat einer von den Wartenden geschrieen „He’s not my brother“. Was er damit meinte, weiss ich nicht genau; ich dachte erst er wuerde das schreien weil er und auch der Obdachlose beide schwarz waren und er nicht wollte, dass irgendwer rassistisch die beide in einen Topf wuerde oder so. Aber F. hat spaeter gesagt, er musste bei „He“s not my brother“ an Jesus denken. Alle Menschen sind also Geschwister, ja?
Nunja, wie auch immer, daraufhin hat der Mann der das geschrieen hat den Obdachlosen brutal angepackt, in den Bauch geschlagen, und aus dem Bus geworfen. Daraufhin haben die Leute in dem Bus (ich glaube fast alle bis auf uns) angefangen zu applaudieren. Was mich mehr egschockt hat weiss ich nicht. Diese offene Gewalt und der Hass gegen Menschen oder aber die fehlende Zivilcourage (ja, auch von uns) und dann auch noch der Applaus der im Bus sitzenden. Denn gut, vielleicht war das Verhalten von dem Obdachlosen nicht cool, ich weiss ja wirklich nicht was er gemacht hat, und gut, es war spaet und alle wollten heim, aber deswegen muss man doch nicht gleich schlagen?

Heute ist schon wieder so etwas aehnliches bei der Metrostation passiert, als eine Metro ausgefallen ist und ein Mann deswegen sauer wurde und die Beamten beleidigt hat, die ihm dann gleich gedroht haben. Das war auch von beiden Seiten sicherlich nicht cool, aber als es dann zu einer Pruegelei kam wollte der Mann wegrennen, der die Beamten beleidigt hat. Und der Beamte rannte ihm nach nur um ihn weiter zu schlagen. Da allerdings habe ich wenigstens versucht irgendwas zu machen indem ich zwischen die gegangen bin und „Silence“ gebruellt hab. Als ich wieder weg war ist der Beamte allerdings dem Mann immer noch hinterhergerannt und wie es ausging weiss ich nciht.

Aber mir scheint jedenfalls, dass Gewalt hier ganz anders ist, als bei mir im kleinen ebschaulichen Staetdchen Tuebingen. Das hat J. auch gesagt: Dass er schon zweimal mit einèr Pistole und dreimal mit einem Messer bedroht wurde. „It´s just important to shout loud. They would never really shot. But that doesn´t happen to tourists, it was just because I lived here my whole live and I love a bit the danger…“