Archiv der Kategorie 'Herzgeflüster'

Und die Leute in unsren Köpfen riefen: „Ihr kriegt uns hier nicht raus.“

Und du gehst, du gehst
in die Nacht
in deinen Augen
der Mond, der Mond

Peter Licht – Wir werden siegen

Wieder wanke ich durch Nächte, wieder verschlafe ich den Tag und es ist heiß geworden. Mein Leben in Dauerschleife.
Ich mache mir Sorgen, ich feiere, ich mache mir Vorwürfe, ich küsse. Einige Momente berühren mich und wenn die Hitze mich einschließt wie ein gutmütiges Tier, dann vergesse ich beinahe dass ich manchmal friere. Die Luft riecht auch in der Nacht verheißungsvoll, mein Herz steigt empor wenn ich an Meereswind denke. Aber das Meer erscheint so weit entfernt.


Wellen, die gegen die steile Meeresbrandung schlagen. Salzwasser und der Himmel überall. Willkommen am Ende der Welt. Willkommen am Ende von Müssen und Sollen.

Ich kann keine Lieder mehr über Einsamkeit singen. Manchmal fallen mir noch Worte der Sehnsucht ein. Aber die große weite Welt muss noch ein bisschen auf mich warten und Du; Du fehlst mir auch. Vielleicht bist Du jetzt Synonym für ein Leben, das ich nicht gelebt habe und gegen das ich mich entschieden habe, für den Moment. Aber möglicherweise werden wir uns wieder begegnen, wahrscheinlich nicht berühren und eventuell bricht mir das das Herz. Ich bin oft glücklich in diesen Tagen, aber das Glück ist von einer Art wie es aus Wehmut entstanden sein könnte. Die Hitze hat mich etwas wirr im Kopf gemacht, aber jetzt ist sie aus meinem Körper gewichen.

Doch heute, heute bin ich aufgewacht und habe gemerkt, dass ich nicht in den Armen einer Marmorstatue lag; es war ein Mensch der mich umarmte.

IM ZWEIFEL FÜR DEN ZWEIFEL.

Mit einem Lächeln und seinen Küssen auf den Lippen verließ sie das Haus. Die Luft roch nach Frühlingsregen, endlich Frühlingsregen! In einigen wenigen Wochen schon würde es wieder die kleinen Schnecken geben, wegen denen sie jeden Morgen furchtbar vorsichtig sein müsste, damit sie keine zertrat.
Vor einigen Stunden hatte sie ihn beim Schlafen beobachtet, hatte die Konturen seines Gesichtes betrachtet und sich gefragt, warum sie neben genau ihm lag. Was unterschied ihn von anderen Männern, was machte ihn anziehend für sie? Sie war zum Entschluss gekommen, dass ihn gar nichts unterschied, war von ihm abgerückt und hatte über sich selbst den Kopf geschüttelt. Hatte den Übergang von seinem Hals zu seinem Kopf betrachtet und sich gewundert. Wo vor wenigen Tagen noch Worte der Schönheit in ihrem Kopf waren war nun Rauschen.
Sie war auf seinen Balkon über der Stadt gegangen um die Häuser zu betrachten und um Abstand zu gewinnen. Mit einem Mal verabscheute sie den Balkon, verabscheute die Aussicht auf die Häuser und darauf, hier noch öfter zu stehen und den Morgen anzusehen und zu rauchen. Aber dann kamen ihr Worte in den Sinn, Worte die sie vor kurzer Zeit erst gegenüber einer guten Freundin wie ein Mantra wiederholt hatte: „Zweifeln ist normal, zweifeln gehört dazu und Zuneigung ist nicht immer gleich stark.“ Sie hatte sich vorgestellt, wie es ohne ihn wäre und festgestellt, dass das auch nicht das war, was sie wollte. Verwirrt hatte sie versucht die Zigarettenkippe auf das Dach des Nachbarhauses zu werfen, war vom Balkon getreten und wieder zu ihm gekommen. Sie hatte versucht zu schlafen.
Später dann hatte sie ihm in wirren Worten erklären wollen, worüber sie nachgedacht hatte, wurde aus der Bahn geworfen von seinem ruhigen Atem und von seiner Präsenz die sie auf einmal wieder voll traf. Sie wusste, dass sie log, während sie sprach, denn sie zweifelte nicht. Mochte er auch kein Mann für’s Leben sein, so konnte sie sich keinen Mann vorstellen mit dem sie jetzt lieber ihre Zeit verbringen würde. Sie hatte ihn dann in den Arm genommen und mit der Hand vorsichtig über sein wirres Haar gestrichen; hatte gedacht, dass es ohnehin nur darum ging, den Moment zu leben. An diesem Morgen lag sie neben ihm, an diesem Morgen hatte sie auf seinem Balkon die Dächer der Stadt betrachtet. Niemand wusste, wie die kommenden Morgende sein würden und das war doch großartig.
Mit einem Lächeln und seinen Küssen auf den Lippen verließ sie das Haus. Endlich war es Frühling geworden.

Du hörst nur das Meer in deinem Kopf.

Und auf einmal liest du irgendwo das Wort „Meer“ und um dich wird es still. Du kannst dich nicht mehr konzentrieren, egal wie wichtig die Aufgabe ist, die du hattest; du kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Gestern, da war ich am Meer. In meinem Kopf. Da war die Welt unwirklich, der Himmel war viel zu blau und es hat so sehr gewindet, wie es im Süden eigentlich gar nicht sein kann. Ich habe gemerkt, dass ich auf der Welt laufe, habe vorsichtig einen Fuß vor den anderen gesetzt; da, so mitten auf der Welt. Und in meinem Kopf waren die Dünen und in meinem Kopf war das Salz. Ich war mir so sicher, dass ich jetzt angekommen bin; endlich wieder am Nabel der Welt, an dem einzigen Ort an dem ich Rastlose zur Ruhe komme.
Ich wär gern mit dir am Meer gewesen, vielleicht beide schweigend in unsere eigenen Gedanken vertieft aber so, dass wir die Nähe des Anderen noch irgendwie spüren können. Du magst das Meer auch, das finde ich gut.
Und als ich da so in die Ferne blickte, hab ich mich gewundert wie es sein konnte, dass meine Kindheit stattfinden konnte, ohne dass ich sie am Meer verbracht hab.
Gestern da war ich am Meer in meinem Kopf und hab mich über die Welt gewundert, die so anders geworden ist.

I feel the need to lay down beside you.



„Es ist gut, dass du wieder da bist.“ „Aber du warst doch weg.“

Mit dir kam der Winter.
Schneeflockenträume und wilde Strudel in Kabatassen. Deine Arme haben mich immer gewärmt, wenn die Luft drohte zu kalt zu werden. Dein Herz hat angefangen in der Nacht an meinem Rücken zu schlagen. Ein paar kleine Träume hast du wahr gemacht. Häufig hast du mich ganz furchtbar zum Lachen gebracht. In diesem Winter habe ich nicht vor Kälte gezittert sondern vor Vorfreude auf dich. Mit dir erschien mir der Winter nie auswegslos.

Dann hast du den Schnee zum Schmelzen gebracht. Die Sonne brach durch die Wolken und dein Gesicht war es, auf dem ich ihre ersten Strahlen bewundern konnte. Wir saßen nachts mitten auf der Straße und haben mit imaginären Karten gespielt. Es war eigentlich noch viel zu kalt, aber wir haben schon lange bevor es richtig Frühling war den Sommer zelebriert, Musik hörend auf einer Decke im Park. Mit dir war Frühling als der Himmel sein erstes Blau trug.

Ich genieße die Zeit mit dir, ich freue mich auf den Sommer.

Heart shaped box.

Da war nur die Unfähigkeit sich zu verlieben. Träume von Liebe, klar. Und die Vorstellung, wie es wäre wenn… Ihr wisst schon. Aber tatsächlich kam Beziehung um Beziehung und keine hat dich berührt. Du hast dich nicht berühren lassen.
Da war auch die Unfähigkeit der Anderen dich zu lieben. War das deine Schuld oder deren? Konnte man in einem solchen Fall Schuldzuweisungen machen? Nie hat dich jemand so angesehen, als hätte er die Erleuchtung gefunden, nie hast du jemanden wirklich glücklich gemacht. Manchmal habt ihr euch verfehlt, manchmal habt ihr aneinander vorbei geliebt. Das hatte gereicht für den Moment. Immer hat alles gereicht. Wer hatte schon Ansprüche? Und zur Not konntet ihr euch alle immer gut verstellen.
Und dann bist du aufgewacht. Natürlich klingt das wie in einem Märchen aber neue Lebensabschnitte beginnen doch immer damit, dass irgendjemand aufwacht, oder? Du bist aufgewacht und dir fiel auf, dass du dich nicht mehr verstellen musstest. Du hast dich gefunden, sozusagen. Was du da sahst war zwar nicht besonders glorreich aber du warst zufrieden damit. Immerhin etwas und würde irgendjemand ein Buch darüber schreiben, dann würde es sich vielleicht immerhin annähernd so spannend lesen wie Kurt Cobains Biographie. Du gabst dir auch wirklich Mühe. Wenn du mit einem Kater aufgewacht bist und kotzen musstest, dann hast du erst einmal eine geraucht – damit du auch wirklich kotzt. Der Kerl hat dir die Haare zurückgehalten und dir ins Ohr geflüstert, dass du schön aussiehst. Und das wars dann. Das hat dir den Rest gegeben. Du wusstest, dass du in diesem Moment hinwegschmelzen müsstest oder sowas aber du warst ganz gelassen und dir wurde klar, dass die Unfähigkeit zu lieben wohl deine Bestimmung war. Du musstest dich nicht mehr verstellen, denn eigentlich war das ja ganz gut so. Du hast nie geliebt und das war okay, denn das war dein Leben.

Falling asleep with your arms around me.

Ich muss im Dunkeln lächeln, als deine Wange meine Stirn berührt. Dein Atem beruhigt sich und ich höre die beim Einschlafen zu. Gut, dass du hier bei mir bist, gut dass dein Bart an meiner Stirn kratzt. Und alles was ich brauche heut Nacht ist eigentlich nicht viel. Nur einen Platz von dem aus ich deinen Schlaf beobachten kann, das ist eigentlich nicht viel.

Ich fühl mich wohl mit dir; ich kann ehrlich zu dir sein. Dein Brustkorb hebt und senkt sich und wenn du schlecht träumst, dann streiche ich dir zerstreut durch dein Haar. Du hast schönes Haar. Du zuckst dann immer ein bisschen, wenn du schlecht träumst, und ich hab Angst, dass du mich irgendwann noch erschlägst. Ich finde, du solltest nicht schlecht träumen. Gute Menschen haben es verdient gut zu träumen. Und du bist gut. Du bist so gut und es ist schön, dass ich jetzt neben dir liege. Unwichtig, was noch passieren wird – unwichtig, was früher schon passiert ist. Egal neben wem ich schon aufgewacht bin, egal neben wem du noch aufwachen wirst; jetzt liege ich in deinen Armen und höre deinen Atem. Was kann es Schöneres geben? Meine Welt aufgehoben.

Du weißt vielleicht nicht, wie adrett geschwungen die Linien deiner geschlossenen Augen sind. Ich könnte dir so viel über deine Vorzüge erzählen; flüsternd könnte ich die ganze Nacht davon sprechen, was ich so sehr an dir schätze.
Ich verbringe gerne Zeit mit dir, schlafe gerne neben dir ein und kann meine Finger nicht von dir lassen. Ich mag es, nachts aufzuwachen und dich im Halbschlaf in den unmöglichsten Positionen mit mir verkuddelt vorzufinden. Ich mag so viel an dir.
Langsam überkommt mich die Müdigkeit und ich merke, wie ich einschlafe. Meine Gedanken driften ab und auch mein Atem wird ruhig. Und nur kurz denke ich in einem luziden Moment, dass ich gerade ziemlich glücklich bin.

Dass wir heut Nacht unsterblich sind.

Eigentlich kann ich mir den Morgen über der Stadt nicht schöner vorstellen, als hier auf deinem Balkon. Eigentlich reicht es mir, dich zu küssen.
Ich denke, ich denke zu viel. Ich sollte mich einfach hingeben und geschehen lassen, was geschieht. Keine Prinzipien mehr, keine Ratio. Amour fou. Ich denke, ich sollte das machen wonach ich mich sehne statt mich von Grundsätzen leiten zu lassen, die aus einer Zeit stammen in der ich noch klar denken konnte. Ich denke, ich sollte das Denken aufgeben.

Ich wage kaum, meine Hand nach dir auszustrecken – zu sehr bewundere ich deine Schönheit. Wie du strahlst, wie du glänzt. Wie wunderbar leicht alles mit dir ist.
Ich glaube immer fallen zu müssen, wenn ich dich neben mir spüre. Ich denke dann immer, dass ich der Realität entgleite.

Zuerst habe ich dich voller Wut geliebt. Mittlerweile akzeptiere ich; lasse probeweise die Zügel los. Lose yourself. Ich hoffe, du weißt wie sehr ich die Zeit mit dir genieße. Denn ich habe noch immer Angst. Ich habe Angst, zu schlittern, auszurutschen und nie mehr auf den richtigen Weg zurückgelangen zu können. Jahrtausende werde ich dann in dem Gletscher verweilen, ohne dass irgendwer sich auf die Suche nach mir begibt. Ich habe Angst zu verletzen, zu zerschneiden und zu zerhäkseln. Vor Euch, die Ihr auch Du seid, werde ich mich selbst mit einem pathetischen Stich in’s Herz hinrichten und ihr werdet meinen ausblutenden Körper einfach vergessen müssen.
Aber die Angst wird weniger; die Angst und die Skrupel. Denn eigentlich weiß ich was ich will.
Eigentlich reicht es mir, dich zu küssen.

Nutshell.

In Anlehnung hieran oder als Fortsetzung.

Manchmal saßen wir auch in seinem Zimmer über der Stadt, Mo und ich. Vorallem im Winter war das. Wir saßen dann auf dem Sofa am Fenster, schwiegen und rauchten. Mos Hand war warm an meiner Wange und wenn er Rauch in’s Auge bekam, dann blinzelte er immer ganz fürchterlich. Wir lehnten aneinander und schauten nur der Stadt zu, wie sie atmete. Wir waren nie Teil von ihr, ließen sie für einige Zeit allein um wieder zu uns zu finden. Mo war mein Ruhepol zu dieser Zeit und ich wusste, dass wir überleben würden, wenn er mir fahrig über mein Haar strich.
Wir waren Kumpanen, Mo und ich, an unseren Nachmittagen und über alles legte sich dann ein weiches Licht, das die Welt irgendwie besser machte.

Die Türe knallt und Mos Mutter schreit seinen Bruder an. Sie sollte sich freuen, er ist erst seit einigen Tagen wieder da aber stattdessen ist sie noch angespannter. Mo hat gesagt, wenn sie in der Klinik zu Besuch waren, dann kamen seine Mutter und sein Bruder miteinander aus. Aber seit er zurück ist, schreien die beiden sich wieder nur noch an. Mo rollt nur mit den Augen, aber ich weiß wie sehr er seinen kleinen Bruder liebt. Würde es hart auf hart kommen, würde er ihn mit allem beschützen.

Dass wir aus schwierigen Verhältnissen kamen, stimmte nicht. Es gab Leute, die das behauptet hätten aber wir empfanden das nicht so. Die Welt kam aus schwierigen Verhältnissen.
Wir konnten uns beruhigen, wenn wir beieinander waren, Mo und ich. Er nahm mich in den Arm, an manchen Tagen, wenn vor seinem Fenster die Welt tobte. Sie konnte uns dann nichts anhaben, das spürten wir, und mit der Zeit merkte ich, dass auf seinem Gesicht nie ein Schatten lag.

Where the sunlight hits the snow.

Die Sanftheit, mit der die Welt mich empfängt als ich durch die Türe trete muss sie zuvor direkt aus meinem Innersten genommen haben. Der Schnee fällt so leicht und so weich wie mir war; eben noch in deinen Armen. Ich möchte nicht aufwachen, doch es muss ein Traum sein. Von dieser Schönheit kann meine Welt nicht sein. Ich bin eingehüllt in diese Schneewand, umgeben von den Gedanken an dich.

Ich lebe die tragischste aller Liebesgeschichten. Mein Verstand kämpft gegen Erwartungen und mein Herz findet sich auf keiner Seite wieder.

Der Schnee glitzert so furchtbar. Ich versinke ganz in seine Betrachtung, möchte mich nie mehr mit etwas Anderem beschäftigen. Der glitzernde Schnee soll mich so fest umschließen, dass ich zur Ruhe kommen kann. Denn ich bin unruhig, seit ich dich liebe. Nervös und fahrig. Ich erkenne mich selbst nicht und finde dich viel zu oft in meinen Gedanken. Zähle vertane Chancen; plage mich damit.
Alle meine Hoffnung kann ich jetzt nur noch auf den Schnee setzen, kann nur noch wünschen, dass er mich beruhigt.

In der Nacht suchte ich dich; in der Nacht fand ich zu dir.

Wir wanken gemeinsam durch die Wirren der Nacht, durch die Turbulenzen in unseren Köpfen und wir kommen uns nah. Ich sehne mich nach dir und ich verwünsche dich dafür, dass du meinem gierigen Herzen delikate Appetitmacher zugeschnippt hast, ohne dass du und ich je die Konsequenzen in ihrem gewaltigen Ausmaß auch nur ansatzweise begreifen konnten. So viele Worte hämmern gegen meine Schädeldecke; Zuneigung zu dir lähmt mich und ist die einzige Triebkraft die ich besitze. Eigenmächtiges Denken habe ich aufgegeben, Ratio kenne ich nicht mehr.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit kommt. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich einmal so weit unten landen würde. Da verleugne ich dich in dem Maße in dem ich dich begehre. Ich sehe zu, wie ich ausblute und denke nicht einmal daran, die Wunde zu versorgen. Mein Kopf und mein Bauch schmerzen vor irrationalen Ängsten – sieh, wie der Horizont verbrennt.

Wie könnte ich dich jetzt noch vergessen? Ich krieche durch die Wüste, hab schon lange den Boden unter den Füßen verloren und wünsche mir, dass der Treibsand mich verschluckt. Vielleicht sollte die Wüstensonne mich wärmen, vielleicht könnte ich endlich schlafen, würde ich mich in den heißen Sand legen.
Meine Kehle trocknet aus aber ich finde den Weg aus der Wüste nicht mehr. Es war doch meine Schuld, ich habe mich doch selbst hier hingeführt.

Wäre ich nur still gewesen. Ich hätte mein Leben einfach fortführen können, würde nun nicht unter der gleißenden Sonne über diese Schutthalde wanken. Die Umgebung hat sich verändert. Statt Dünen und rauem Sand unter den Füßen laufe ich nun über ausgetrockneten Schlamm, über gigantische Geröllfelder.
Hier ist der Nabel der Welt, hier begann mein Leben und hier wird es enden. Hier werde ich für immer bleiben.
Vom Himmel regnet es dickflüssige, weiße Tropfen. Der Boden reißt auf, eine gewaltige Welle überschwemmt mich: Ich befinde mich in einem eben noch ausgetrockneten Flußbett.

Während ich atemlos mit den Fluten ringe möchte ich lachen wie eine Besessene, weil ich an das Glück denken muss, das ich empfand als wir uns berührten. Sehnsucht bleibt the hope of lonesome nights. Auch du hast gelächelt, daran erinnere ich mich.

Ich kann dir nicht verzeihen, dass du mir den Verstand nahmst. Nachdem ich ertrunken bin, erwache ich wieder mit Bauchschmerzen. Ob ich versuche, den verdammten Feuerball am Himmel mit dem Blut zu löschen, das dieser alberne Muskel in meiner Brust durch meinen Körper pumpt, kann ich nicht erkennen. Es ist viel zu hell hier. Anscheinend ist schon lange nicht mehr Nacht.