Archiv der Kategorie 'Herzgeflüster'

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Ich verscheuche die Mücken für Dich, während Du schläfst. Pass auf Dich auf, damit auch Deine Alpträume Dich nicht beissen. Es dämmert und die Schatten der Nacht werden zu Umrissen von Autos, Palmen, Häusern. Du schläfst immer noch friedlich, als die Sonne aufgeht und die Vögel zu kreischen beginnen.
Die ganze Nacht über hat in der Ferne ein Hahn gekräht oder vielleicht war es auch eine Sirene. Das Meer ist nicht weit, immerhin und wir haben uns, das ist doch schon mal etwas. Am Morgen verfängt das Licht sich in Deinem Haar und ich warte darauf, dass Du aufwachst, damit ich Dir erzählen kann, wie Du im Schlaf aufgeschreckt bist und den Motor anlassen wolltest. Sogar die Handbremse hast Du gelöst. Zum Glück hatten wir den Schlüssel abgezogen, bevor wir uns zum Schlafen niedergelegt haben.
Dein Rasierer ist weg und Deine neue Hose. Mir fehlt besonders das rote Kleid, der Rucksack und die Regenjacke, auch wenn es nicht nach Regen ausschaut. Hartes Pflaster, denke ich und sage nichts, denn Du schläfst noch immer.

3 (komma fünf).

Als wir bei den Eisbären waren, erreichte mich die Nachricht.
Bei den Ottern und Bibern versuchte ich, nicht daran zu denken. Später, bei den Greifvögeln, sprach ich über Seeadler. Erst als wir den Seerosenteich erreichten, wurde ich unruhig. Die Zeit drängte und ich wollte dir den Lemur zeigen, obwohl du immer „Limone“ verstandst. Wir eilten durch Gewächshäuser und mein mobiles Internet hatte ich ausgeschaltet. Kurz bevor es zu spät war, fanden wir die nachtaktiven Tiere, aber der Lemur war verschwunden.
Wir setzten uns an den Seerosenteich und ich habe die Nachricht gelesen, von der ich schon wusste, was darin stand. Am Seerosenteich habe ich sie auch beantwortet.

so perfekt/ bury all your secrets in my skin.

Ich war einmal einsam. Ich wusste, dass ich nur warten müsste, wie beim Schach, wenn ich warten muss bis ich den richtigen Zug machen kann aber manchmal dachte ich, dass ich vielleicht schon vor diesem Zug Matt gesetzt werden könnte. Mein Leben hat sich schon immer um diese „Tage X“ gedreht: Das erste aufgeschürfte Knie, die erste allerbeste Freundin, der erste Kuss, die erste Enttäuschung, die erste Reise allein, das erste Mal Autofahren. Und dann das nächste aufgeschürfte Knie, die nächste allerbeste Freundin, der nächste Kuss, die nächste Enttäuschung, die nächste Reise allein, das nächste Mal Autofahren. Das Abitur, die erste eigene Wohnung, das erste Buch veröffentlichen, das erste Kind. Die Welt entdecken. Und zwischen den X-Tagen waren die langweiligen Schachzüge, die, die sein müssen um zu dem Punkt zu kommen, an dem man sein möchte.

Ich war einmal einsam. Ich dachte, dass meine Königin schon das Feld verlassen und mein König resigniert hätte. Gab mir wenig Mühe und dachte wenig nach; zumindest bei diesem einen Spiel: Andere Spiele spielte ich erfolgreicher nebenher. Und nicht alle Spiele muss man gewinnen, nicht? Ich setzte die Figuren lustlos und dachte nie daran, dass ich noch einmal einen Tag X auf diesem Feld finden würde.

Ich war einmal einsam. Ich war einmal. Denn mitten auf dem Schachbrett standst dann du und obwohl ich keinen Ehrgeiz hatte, zu dir zu gelangen, bin ich es dann doch irgendwie. Jetzt halte ich deinen Kopf in meinen Armen und wundere mich, wo der Tag X war. Wundere mich über die Sanftheit, die uns umschlossen hält und über den Gefallen, den ich daran finde. Ich vergrabe mich in dir und bin manchmal, wie ich sein will.

Tretjakowska/ Wien vs. Moskau.

Okay, dann vermisse ich dich jetzt doch.
Der belaubte Weg, der von der Universität zur Moskwa führt, lässt mich an Schloss Schönbrunn vor beinahe zwei Jahren denken. Es war Winter und ich wollte immer den Berg hinunterrennen, ich fühlte mich übermütig wie ein junges Fohlen. In der Realität ist HERBST und nur die Erinnerung zähmt mich. Sonst wäre ich wohl schon längst den Berg hinuntergeschlittert. Ob du nicht doch der Eine bist, frage ich D. und frage ich ky. als ich zurückkam. Ich muss mal wieder bloggen, dachte ich.
Der Wald ist gelb und rot und eine der schönsten Erinnerungen an Moskau. Wir hatten unsere Gruppe verloren und hinter uns kamen andere Menschen, in dicke Pelze eingewickelt. Aber wir waren zu zweit, verloren an diesem Ort an dem für immer Herbst bleiben würde und ich fiel, fiel in Erinnerungen.

The storm: Wir waren allen Widrigkeiten zum Trotz angekommen. Kunst umgab uns und die feindselige Stimmung der anderen. In mein schlechtes Gewissen hüllte ich mich ein und vergrub mein Gesicht darin. Wir werden immer alleine sein, wir werden uns nie unterordnen können, das wurde mir klar. Die Bilder beruhigten mein sütrmisches Inneres, die ruhigen Gespräche und dass wir trotzdem immer noch zu Zweit waren, D. und ich. Für uns wurde der Sturm zu einer Lehrstunde und zu einem Ort des meditativen Traurigseins. Im Grunde hatten wir gesiegt, wieso sollten wir uns das vermiesen lassen?

Wen ich wann vermisse, ich weiß es nicht. Aber dich wiederzusehen fühlte sich dann nach einem kurzen Zögern doch richtig an. Dich für immer wiederzusehen, für immer in meinen Augen zu betrachten. Das wünsche ich mir zu meinem 19. Geburtstag, den wir in Moskau einläuten und hier noch nächtelang tanzend hinauszögern. Dass ich nicht immer nur dich vermisst habe, daran erinnert mich der Herbstwald hinter der Universität.

Regen und Böen.

Ich gehe durch mein Leben und lasse eine Spur von gebrochenen Herzen hinter mir. Jetzt habe ich angehalten, muss ausruh‘n, muss wieder zu mir kommen. Coffee black and egg white; pull me out from inside. Immer wieder versicherte ich ihm, dass er der Einzige sei; immer wieder machte ich sie glauben, dass ich immer auf sie gewartet hätte. Immer wieder glaubte ich selbst daran.
Dann, für einen Moment, bleibe ich stehen und schaue verwundert auf die hinter mir liegende Zerstörung, von mir angerichtet. Natürlich kann ich euch verstehn; eine wie mich findet ihr nie wieder. Natürlich bricht euch das das Herz.

Draußen peitscht der Regen an’s Fenster und aus irgendeinem Grund habe ich plötzlich Angst, so alleine in der Badewanne. Der Sommer ist verschwunden, das wird mir deutlich. Es ist Herbst geworden – in mir oder um mich herum? In der Badewanne zu liegen ist schon ein Anfang, später werde ich Tee trinken und Kekse essen. Dicke Socken anziehen. Noch später dann Kaffee und Zigaretten. Meine Entgiftungskur; coffee and cigarettes. Ich entziehe das Gift des Sommers.

Meine Bestürzung ist groß, als ich aus dem Fenster und noch immer den Sommer sehe. Nur in mir war Herbst. Das kriegen wir wieder hin, min deern. I am ready, I am fine. Ich habe meine schönste Unterwäsche an, einfach weil Freitag ist. Vielleicht hilft mir das, diesen Punkt zu überwinden. Manchmal ist es schlimmer Freundinnen zu vermissen als diese Personen, die einem vermeintlich am wichtigsten sind. Diese Personen, für die wir oft Freundschaften aufgeben. Während ich den Spätsommerhimmel tief einatme, höre ich deine Stimme zu und frage mich, ob ich nicht euphorischer sein müsste. Du bist so nett und ich so wortkarg. Heute in der Badewanne habe ich mir unsere Trennung vorgestellt. Das sage ich dir nicht, stattdessen nicke ich immer, während du erzählst. Am Telefon.

Jetzt ist also doch noch Sommer und ich sollte diesen Pulli ausziehen und mich in’s Nachtleben stürzen. I am colorblind.

Von Counting Crows aus dem Song „Colorblind“ ist das meiste kursive, außer „Coffee and cigarettes“ das ist der Titel eines Filmes von Jim Jarmusch.

Don‘t come closer or I‘ll have to go.

- no one told me how to live alone.

Ich habe mir eine Aufgabe gestellt, die ich erfüllen will. Das Leben, das ich jetzt lebe ist befristet, das darf ich nicht vergessen. Melancholie kann ich so nicht überwinden, auch nicht das Gefühl Dinge zu verpassen.

Wir haben den Krieg gelernt, in meinem Alptraum. Wir haben uns gegenseitig umgebracht, in der Wüste in der wir waren. Der Sand roch gelb und nach Blut. Soviel haben wir verborgen, voreinander. Schrapnell wird für weiche Ziele eingesetzt, für Menschen. Ich möchte den Krieg vergessen, möchte das Leben vergessen, das ich jetzt lebe. In den Arm genommen hast du mich nicht.

Es war eine wahnwitzige Idee, mich auf all das einzulassen. All den ‚was wäre wenn’s‘ zu viel Bedeutung beizumessen und mich zu verlieben. Dass es leicht ist, kann ich nicht sagen, aber es ist so leicht. Ich würde mir wünschen, ich hätte dich nie kennengelernt. Ich würde mir wünschen, dass ich Abschied nehmen kann.

Denn dem Krieg möchte ich entgehen. Der Traum war so eng und so wahr und als ich in der Nacht aufwachte und die Regentropfen am Fenster beobachtete tat die Welt mir weh. Am Morgen danach „Full Metal Jacket“. Essen konnte ich nicht dabei, nur geweint hätte ich gern. Wenn die Musik da ist und die Wolken ganz schnell vorbeiziehen, an dem Fenster neben dem ich gerade liege, dann kann ich atmen. Aber die Wolken werden die Wüste nie erreichen. Jeder stirbt alleine im Krieg.

Ich werde dich verlassen und das weißt du. Ich werde dich verlassen, das hoffe ich zumindest.

On the hottest night of the year lying in a patch of rhododendrons.

Das Basilikum blüht. Ich habe noch nie ein Basilikum Blüte tragen gesehen.

Es ist gut, ein kaltes Getränk zu haben um in diese heiße Nacht zu sehen. Das Eis schmilzt viel zu schnell, dabei will ich doch langsam trinken. Vor einem Jahr gab es auch kalte Getränke. Immer ist alles ein Jahr her, wenn es in meine Erinnerung tritt. Aber diesmal bin ich nicht so wehmütig, nicht so sehr. Ich vermisse vielleicht die Sterne, die ich heute nicht sehe und von denen ich glaube, dass ich sie in jener Nacht gesehen habe. Aber ich vermisse diese Begegnung nicht, vermisse diese Berührung nicht. Vermisse nur den Rausch in dem ich mich befand, im letzten Jahr.

Sie sagen, ich kann mit Glück nicht umgehen. Du sagst das. Aber ich denke manchmal, dass ich mehr von dem Leben erwarte. Von diesem Leben, hätte ich fast geschrieben. Dabei ist dieses mein Einziges.

Ich rauche langsam und trinke langsam, denn ich genieße die Hitze. Aber ich muss immerzu an die Wahrheit denken und dass ich sie aufschreiben möchte. Die Augen der Stadt funkeln verführerisch in der Nacht. Ich bin deine Geliebte, ich bin die Geliebte der Stadt. When I was your age I was commanding fleets. Ich wünsche mir und hoffe, dass heute nicht die heißeste Nacht des Jahres ist. Die bedeutet mir sehr viel, weißt du. Die würde ich gerne genau so verbringen wie das Gefühl, das ich mit ihr verbinde.

Oh, ich vermisse, ich vermisse. Vermisse vergangene Lieben und vermisse dich, immerzu. Warum ich keinen glücklichen Text schreiben kann, fragen sie mich. Warum meine Texte über Liebe immer vor Pathos triefen und so unglaublich melancholisch sein müssen. Und im Nachhinein werde ich schreiben, wie glücklich ich war.

But this is not a lovesong.
Das ist kein Text über liebe, mon amour. Das ist eine Geschichte vom Schreiben und von einer heißen Nacht in der das Basilikum blühte. Ich bin allein. Doch noch bleiben mir diese Momente, noch habe ich Zeit. Liebe ich dich aus Übermut? Du kennst mich so wenig. Das ist eine Lüge, eventuell. Und ich sehne mich nach Küssen, die ich nie geküsst habe und danach, diese Nacht in einer Umarmung zu verbringen, gleich wie heiß es ist. Ob ich mich nach Einsamkeit sehne. Es ist seltsam, das kann ich nicht beantworten.

Du sagst immer müssen und du hast ja Recht. Aber jetzt befreie ich mich davon, die Stadt empfängt mich mit ihren heißen Küssen und das Eis schmilzt auf meiner Haut. Ich werde nicht fortgehen, entscheide ich. Ich kann nichts beurteilen, kann nur warten wie es sein wird und mir ein neues Getränk machen. Ich bleibe hier; in deiner Nähe.

On the hottest night of the year
Lying in a patch of rhododendrons
A bottle of whisky under my arm
Trying to count a sky full of stars
I dream of order, I dream of fleets
Of Napoleon in aquamarine

Bloc Party – Rhododendrons

19. Juni 2011.

Zimtbrötchen und Regen vor dem Fenster. Das Wetter sieht nicht aus, als würde es sich je wieder ändern wollen aber der Spatz auf dem Dachgiebel gegenüber stört sich daran nicht. Sein Getriller und das manchmal stark anschwellende und manchmal sehr sanfte Geräusch des Regens sind das Lauteste hier. Hin und wieder dein Atmen im Schlaf, ansonsten ist es ruhig. Nicht still, hier ist keine Stille sondern Ruhe. Ein anderer Spatz hat sich dem Ersten gegenüber gesetzt und schreit ihn an. Ich bin so entspannt wie lange nicht mehr.

Hier bist du also aufgewachsen und ich glaube, dass das ein guter Ort ist. Ein Ort an dem ich stundenlang sein kann, sogar ohne dass mir die Musik fehlt. Dass Ruhe mir fehlt bemerke ich nie. Ich weiß nicht, wonach meine Hände riechen; vielleicht riechen sie nach Zimt und nach dem regensatten Grün der Bäume. Ich möchte nicht ewig auf die Musik verzichten, vielleicht noch eine Stunde oder zwei. Ich möchte dem Regen zusehen und Gedanken denken über die Menschen und über dich. Mein Ohr an deinem Rücken und meine Nase tief in deinem Duft möchte ich still liegen und nichts tun müssen. Worte möchte ich finden und mich nicht für zu wichtig halten. Ich glaube, ich habe lange nicht mehr geschlafen.

Dann bricht die Sonne aus den Wolken und die dampfenden Wiesen vor dem Fenster leuchten. Die Spatzen sind weg, von irgendwo höre ich sie aber noch immer schreien. Der Regen hat aufgehört, zumindest für den Moment und mein Zimtbrötchen habe ich auch gegessen. Ob ich mich wieder zu dir legen soll. Warum auch nicht, ich habe das Gefühl, dass ich hier gut schlafen kann.

Look what you‘ve done to me.

Ich habe gelogen. Ich habe dich angelogen.

Ich will nicht, dass du weißt dass ich das Gefühl das ich für dich habe „Liebe“ nenne. Ich will nicht, dass du weißt, dass ich manchmal mit Zärtlichkeit an dich denke und ich will nicht, dass du weißt, dass ich diese Gefühle kenne und zuordnen kann. Ich will nichts zuordnen. Ich möchte mit dir in einem Zustand des Chaos leben, in einem unsicheren Gewirr aus Vielleichts und Was Ist Wenns. Ich will dich verlieren und wiederfinden, solange es geht. Ich will dir nicht sagen, wie besonders du bist, das sage ich jedem Mann und du bist zu besonders dafür. Ich will dir nicht sagen, dass du der Einzige bist, denn ich will dich nicht anlügen aber sagen, dass du nicht der Einzige bist, will ich dir auch nicht. Vielleichts und Was Ist Wenns. Ich will bei dir sein, das will ich. Ich möchte deinen Hals küssen und an deinem Haar riechen und wenn es riecht, wie das Haar eines Mannes den ich vorher kannte, dann möchte ich das sagen. Ich will nicht, dass ich diese Gefühle für dich so empfinde, denn weil ich sie empfinde, empfinde ich dich als zu gut für sie. Ich habe Männer geliebt, die waren weniger gut als du. Du musst wissen, dass du besonders bist. Du musst wissen, dass ich Angst habe. Und du musst wissen, dass ich mir manchmal nichts mehr wünsche als das Beste für dich.

Manchmal siehst du aus wie ein beleidigtes Kind, wenn du schläfst. Während du jetzt neben mir liegst siehst du aus wie ein beleidigtes Kind. Ich mag dich trotzdem oder aber dafür. Ich mag so vieles an dir. Mit keinem trinke ich lieber nachts auf dem Spielplatz Wodka-O aus der Wasserflasche. Niemandem versuche ich lieber böse zu sein, auch wenn ich dir nicht böse sein kann weil du alles ins Alberne ziehst. Du liegst neben mir und siehst aus wie ein beleidigtes Kind, während ich diese Worte schreibe und mir vorkomme wie eine, die keine Worte finden kann, außer solche die es schon gibt, solche die nicht passen, solche die vollkommen übertrieben klingen. Meine Worte klingen immer übertrieben, das ist mein Problem. Ich möchte dir all diese Worte nicht sagen, weil ich mich wieder nur in ihnen verenne, weil ich wieder nur alle zurücknehmen werde und am Ende gar nichts gesagt habe. Eigentlich ist es auch gar nicht wichtig, wie ich das Gefühl nenne, das ich für dich habe. Es ist so, es stimmt wenn ich sage: Von keinem würde ich mich lieber auf ein Bier einladen lassen, mit keinem würde ich lieber an dem Fluß liegen, der durch meine Stadt fließt. Aber das sind starke Worte und sie sind nur jetzt wahr. Nur jetzt nenne ich das Gefühl das ich für dich habe „Liebe“, nur jetzt denke ich mit Zärtlichkeit an dich, in der Nacht wenn alle Lichter gelöscht sind und ich bei leiser Musik die letzte Zigarette rauche.

Ich habe gelogen. Ich habe dich angelogen, weil ich Angst habe. Ich habe Angst davor, dass du mich missverstehst und ich habe Angst davor, dass ich mich missverstehe. Du bist der Beste und du bist der Einzige; in diesem Moment. Nur in diesem Moment.

Love until we bleed./(w)irr.

Die Wörter fehlen.
Die frische Frühlingslandschaft in mir ist verdörrt, eine unheimliche Einöde ist das, was bleibt. Staub wirbelt auf, bei jedem Schritt den ich tue, und ich kann mich auch nicht mehr erinnern wie es war, am Meer in der vergangenen Woche. Wir sind erwachsen geworden und wenn man erwachsen wird, dürfen keine Blumen mehr in einem wachsen. Mit Salzwasser könnte ich sie vielleicht wieder zum Blühen bringen, aber das einzige salzige Wasser das ich habe sind meine Tränen.
Kann ich nicht auf DEL drücken? CTRL und dann einen Menschen auswählen und dann DEL? Sonst ist mein Herz zu schwer vor Traurigkeit, ich kann es dann nicht mehr gut mit mir herumtragen. Wie eine Wahnsinnige irre ich durch mein virtuelles Paradies und vermisse wieder. Natürlich könnte jetzt eingeworfen werden, ich habe doch keinen Grund zum Vermissen. Ich habe alles, mir geht es gut.
Ich liebe immer ein bisschen und der Sommer steht auch vor der Tür. Aber da ist die Einöde, da ist die unendlich weite Tristesse. Himmelhochjauchzendzutodebetrübt? Until we bleed.
Jetzt sitze ich wieder über dem Abgrund, denke abgründige Gedanken und würde gerne Zigarette um Zigarette rauchen. Die Zigaretten fehlen. Die Wörter fehlen.

Ich erklimme den Hügel in der Mitte der Einöde und drücke DEL, DEL, DEL, DEL! Die Taste klemmt oder ist falsch belegt. Zumindest passiert nichts und ich kann mich nur noch den Konsequenzen stellen. Der Hügel bricht ein und ich werde von einer gigantischen Staubwolke eingehüllt. Keine Karawane kommt angeritten um mir den Weg nach draußen zu geleiten.