two silver trees.

In diesem Jahr ist der Sommer wieder mehr Sommer als in den vergangenen Jahren und ich frage mich, ob das an mir liegt, oder daran, dass es so früh so heiß geworden ist. Über Mut und Glück zu schreiben, war schon immer schwieriger als über Unsicherheit und Traurigkeit. Aber macht nichts, macht alles nichts.
Ich bin klatschnass vor Schweiß und manchmal von dem Regen, der immer wieder kurz runterklatscht und dann bin ich auch ganz schnell wieder trocken. Vermutlich sehe ich aus wie ein Bilderbuch-Hipster, nur mit ungekämmten Haaren und ohne Schminke: Hotpants und Drop Top, bunte Tattoos auf dem Arm, große Kopfhörer, noch größerer Rucksack und natürlich hängt meine Kamera-Tasche über meiner Schulter, wie ich da so mit dem Fahrrad fahre, auf der Suche nach einer Bäckerei, die Eis verkauft. Aber das ist egal, ganz egal, in diesem Sommer. Zum ersten Mal seit Jahren muss ich nicht daran denken, was wohl die anderen denken. Nur die Entscheidung zum Eis war erst einmal nicht ganz einfach: Eis oder Kirschen? Aber eigentlich ist das doch klar. Für Kirschen muss man mindestens zu zweit sein. Eis geht auch alleine. Eis geht immer.
Auch die zweite Bäckerei hat nur Wassereis und darauf habe ich nun wirklich keine Lust und also eine Puddingschnecke mit Erdbeeren, kann ja auch nicht schlecht sein. Der Vorsatz, darüber zu schreiben, dass ich das Wetter und die Welt toll finde, läuft sich nicht so ganz aus. Ist wirklich schwieriger, als wenn es etwas auszusetzen gäbe. Naja, meckern über Spotify-Werbung oder über schlechte Boxen geht zur Not ja immer.