schreiben über schreiben und über zukunft und bauchweh part einemillionen.

Ich kann nicht mehr schreiben, ohne darüber nachzudenken, wie es klingt, wie es wirkt, welche Worte ich benutzen sollte, der poetischen Funktion wegen. Ich kann nicht mehr einfach deswegen schreiben, weil es heilt und hilft. Jetzt gerade schreibe ich einfach und vielleicht wird das fürchterlich klingen, so dass ich alle meine Köpfe schütteln und bedauernd blinzeln muss, wenn ich diesen Text eines Tages wieder lesen muss.
Ich fühle mich wieder wie damals, als ich alle drei Minuten meine E-Mails gecheckt habe. Ich checke wieder alle drei Minuten meine E-Mails und auch drei Minuten später ist noch nichts da. Wenn an der Seite meines Bildschirms eine Benachrichtigung aufblinkt, blinkt mein Herz für einen Moment mit und mir wird schlecht und ich weiß wirklich nicht mehr, wie das ist. Liebeskummer.
Und gerade, wenn ich darüber sprechen möchte, bauen alle meine Freundinnen ein Festival auf und sind zu beschäftigt, als dass sie sprechen könnten und dann baue ich mit ihnen das Festival auf und vergesse die E-Mails und das Bauchweh, das vielleicht auch einfach schlechtes Gewissen ist.
Wie lange wird noch geduldet werden, dass ich jung bin? Wie lange darf ich noch unvernünftig sein, bevor ich nur noch ernst sein muss? So langsam sollte ich mich um die Zukunft kümmern und was ist, wenn meine Pläne nicht alle wahr werden, muss ich dann nach Alternativen suchen? An der Pinnwand der Uni steht: „Wanted! Mitarbeiterin im Bereich Telefonline. Festes Gehalt plus Boni nach Leistung.“ Was Telefonline ist, weiß ich nicht so genau, aber meine Qualifikationen werden schon reichen und 12 Stunden die Woche, wer weiß, vielleicht ist das ja etwas und möglicherweise auch ein Job für die Ewigkeit?
Meine Muskeln schmerzen von den schweren Boxen und Bauzäunen und Bierkästen, die ich über den Platz trage und zum Glück regnet es immer wieder. Das hilft. Möglicherweise ist es gar nicht möglich, einfach nur ein guter Mensch zu sein. Egal, welche Definition herangezogen wird um „gut“ zu definieren und um „Mensch“ zu definieren. Möglicherweise bin ich einfach ein Mensch, der meistens versucht, alles gut zu machen und dann manchmal doch versagt und vielleicht mache ich auch oft schlechte Witze.