Nebelnacht.

Die Vögel auf dem Baukran erheben sich und sehen aus wie wie die taumelnden Blätter, die durch den Nebel fallen. Durch den Nebel; der Nebel, der alles ertränkt. Ich ersaufe darin, ersaufe in Herbst und in Belanglosigkeit. So viele Stunden geredet und keinen Eindruck geschunden. So viele Stunden zugehört und nichts gelernt. Die Uhr rennt immer schneller; schlägt immer heftiger. Ein Leben vergeudet: Die größtmögliche Tragödie.
Schiffe fahren durch den Nebel und rammen die Vögel, die ihre filigranen Flügel gen Himmel recken und zu Boden fallen. Totes Laub. Die Straßenkehrmaschine. Die Uhr.
Wie viel Zeit bleibt noch um zu erschaffen? Müssen wir nicht egoman sein, um zu überleben? Die Zeit zersplittert in unseren Köpfen und bricht über uns zusammen. Der Baukran zerstört.


1 Antwort auf „Nebelnacht.“


  1. 1 Diego 20. November 2012 um 12:50 Uhr

    Im Herbstnebel fallen die Gedanken zu Boden und bleiben dort den ganzen Winter über liegen, eng gestapelt und etwas modrig. Erst im Frühjahr wirbelt der frische Wind einige auf und trägt sie davon – der Rest ist Erde geworden, und daraus wird das Laub von morgen.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.