Cry baby cry.

Auch ich habe rote Zeichen in meinem Kalender. Tag für Tag zähle ich herunter, male mir das Leben aus: Wie es aussehen wird, wenn es beginnt. Bei den seltenen Gelegenheiten, an denen ich starke alkoholische Getränke mit Limonade mische, entscheide ich mich meist schon bevor die Nacht am einsamsten ist, dass es Zeit zu gehen ist. Die Kälte zerfrisst mich und die Nervosität und Unsicherheiten tun es ihr gleich. Wenn mir kalt ist, dann versenke ich mich in kochend heißes Wasser und statt eines Eistee-Forts habe ich mich in Schokolade eingemauert. Baby, did you forget to take your meds? Ich zweifle, ängstige mich und weiß nicht, was ich mit mir anfangen soll. Endlose Tage reihen sich aneinander, an denen ich die schnell gerauchten Zigaretten mit Chai Latte herunterspüle und meine Hände an den Englischaufgaben wärme. Alles ist mir zu viel, dabei mache ich doch gar nichts. Trying my best not to forget.

CUT. So stelle ich mir einen Tag vor, der irgendwann kommen wird: Ich wache auf, weil jemand in einer Küche Kaffee macht und Spiegeleier. Im Radio, das in der Küche steht läuft „Cry baby cry“ von den Beatles und das Licht ist von einer rotorangenen Farbe, wie in meiner Kindheit. Ich muss nichts und ich kann mich an keinen Termin und an kein Soll erinnern. Enjoy yourself. Alles was ich mache, mache ich, weil ich es möchte.
Im Regal steht ein Buch, das ich geschrieben habe.