Tretjakowska/ Wien vs. Moskau.

Okay, dann vermisse ich dich jetzt doch.
Der belaubte Weg, der von der Universität zur Moskwa führt, lässt mich an Schloss Schönbrunn vor beinahe zwei Jahren denken. Es war Winter und ich wollte immer den Berg hinunterrennen, ich fühlte mich übermütig wie ein junges Fohlen. In der Realität ist HERBST und nur die Erinnerung zähmt mich. Sonst wäre ich wohl schon längst den Berg hinuntergeschlittert. Ob du nicht doch der Eine bist, frage ich D. und frage ich ky. als ich zurückkam. Ich muss mal wieder bloggen, dachte ich.
Der Wald ist gelb und rot und eine der schönsten Erinnerungen an Moskau. Wir hatten unsere Gruppe verloren und hinter uns kamen andere Menschen, in dicke Pelze eingewickelt. Aber wir waren zu zweit, verloren an diesem Ort an dem für immer Herbst bleiben würde und ich fiel, fiel in Erinnerungen.

The storm: Wir waren allen Widrigkeiten zum Trotz angekommen. Kunst umgab uns und die feindselige Stimmung der anderen. In mein schlechtes Gewissen hüllte ich mich ein und vergrub mein Gesicht darin. Wir werden immer alleine sein, wir werden uns nie unterordnen können, das wurde mir klar. Die Bilder beruhigten mein sütrmisches Inneres, die ruhigen Gespräche und dass wir trotzdem immer noch zu Zweit waren, D. und ich. Für uns wurde der Sturm zu einer Lehrstunde und zu einem Ort des meditativen Traurigseins. Im Grunde hatten wir gesiegt, wieso sollten wir uns das vermiesen lassen?

Wen ich wann vermisse, ich weiß es nicht. Aber dich wiederzusehen fühlte sich dann nach einem kurzen Zögern doch richtig an. Dich für immer wiederzusehen, für immer in meinen Augen zu betrachten. Das wünsche ich mir zu meinem 19. Geburtstag, den wir in Moskau einläuten und hier noch nächtelang tanzend hinauszögern. Dass ich nicht immer nur dich vermisst habe, daran erinnert mich der Herbstwald hinter der Universität.