Archiv für Juli 2011

Don‘t come closer or I‘ll have to go.

- no one told me how to live alone.

Ich habe mir eine Aufgabe gestellt, die ich erfüllen will. Das Leben, das ich jetzt lebe ist befristet, das darf ich nicht vergessen. Melancholie kann ich so nicht überwinden, auch nicht das Gefühl Dinge zu verpassen.

Wir haben den Krieg gelernt, in meinem Alptraum. Wir haben uns gegenseitig umgebracht, in der Wüste in der wir waren. Der Sand roch gelb und nach Blut. Soviel haben wir verborgen, voreinander. Schrapnell wird für weiche Ziele eingesetzt, für Menschen. Ich möchte den Krieg vergessen, möchte das Leben vergessen, das ich jetzt lebe. In den Arm genommen hast du mich nicht.

Es war eine wahnwitzige Idee, mich auf all das einzulassen. All den ‚was wäre wenn’s‘ zu viel Bedeutung beizumessen und mich zu verlieben. Dass es leicht ist, kann ich nicht sagen, aber es ist so leicht. Ich würde mir wünschen, ich hätte dich nie kennengelernt. Ich würde mir wünschen, dass ich Abschied nehmen kann.

Denn dem Krieg möchte ich entgehen. Der Traum war so eng und so wahr und als ich in der Nacht aufwachte und die Regentropfen am Fenster beobachtete tat die Welt mir weh. Am Morgen danach „Full Metal Jacket“. Essen konnte ich nicht dabei, nur geweint hätte ich gern. Wenn die Musik da ist und die Wolken ganz schnell vorbeiziehen, an dem Fenster neben dem ich gerade liege, dann kann ich atmen. Aber die Wolken werden die Wüste nie erreichen. Jeder stirbt alleine im Krieg.

Ich werde dich verlassen und das weißt du. Ich werde dich verlassen, das hoffe ich zumindest.

You got your whole life to lose.

Blaustreifenschwarz ist der Himmel und die Luft voller Rückkopplungen. Die Schallplatte hängt und ich muss entscheiden, ob ich sie nun endlich zerbreche. Das wäre so unvernünftig. Unglücklicherweise passt ‚unvernünftig‘ gut zu meiner Lebensphilosophie, unglücklicherweise habe ich keinen Plan oder andere Pläne.

One, two, three. „Basilikum“ ist neutrum, wusstet Ihr das? Ich lerne doch dazu; hört jetzt auf, nicht an mich zu glauben! Ihr könntet mich dann retten. Ich möchte mich in deiner Stimme vergraben, die Welt und mein Herz sollen ohne mich stehen bleiben. Aber die Platte hängt und hängt. Ich möchte ein Beil nehmen und sie zerschlagen, ich möchte mich von ihr los sagen und mich mit anderer Musik einhüllen. Aber dann sagen sie, das wäre Flucht, dann sagen sie, ich wäre feige.

Muss ich mir etwas beweisen? Ich stehe im Wind, mitten im Lärmsturm und manchmal denke ich, dass ich die Schallplatte ja noch reparieren könnte. Auch wenn reparieren nicht mein Stil ist, denn ‚reparieren‘ kommt nicht im Vokabular einer Unvernünftigen vor.