Archiv für April 2011

Love until we bleed./(w)irr.

Die Wörter fehlen.
Die frische Frühlingslandschaft in mir ist verdörrt, eine unheimliche Einöde ist das, was bleibt. Staub wirbelt auf, bei jedem Schritt den ich tue, und ich kann mich auch nicht mehr erinnern wie es war, am Meer in der vergangenen Woche. Wir sind erwachsen geworden und wenn man erwachsen wird, dürfen keine Blumen mehr in einem wachsen. Mit Salzwasser könnte ich sie vielleicht wieder zum Blühen bringen, aber das einzige salzige Wasser das ich habe sind meine Tränen.
Kann ich nicht auf DEL drücken? CTRL und dann einen Menschen auswählen und dann DEL? Sonst ist mein Herz zu schwer vor Traurigkeit, ich kann es dann nicht mehr gut mit mir herumtragen. Wie eine Wahnsinnige irre ich durch mein virtuelles Paradies und vermisse wieder. Natürlich könnte jetzt eingeworfen werden, ich habe doch keinen Grund zum Vermissen. Ich habe alles, mir geht es gut.
Ich liebe immer ein bisschen und der Sommer steht auch vor der Tür. Aber da ist die Einöde, da ist die unendlich weite Tristesse. Himmelhochjauchzendzutodebetrübt? Until we bleed.
Jetzt sitze ich wieder über dem Abgrund, denke abgründige Gedanken und würde gerne Zigarette um Zigarette rauchen. Die Zigaretten fehlen. Die Wörter fehlen.

Ich erklimme den Hügel in der Mitte der Einöde und drücke DEL, DEL, DEL, DEL! Die Taste klemmt oder ist falsch belegt. Zumindest passiert nichts und ich kann mich nur noch den Konsequenzen stellen. Der Hügel bricht ein und ich werde von einer gigantischen Staubwolke eingehüllt. Keine Karawane kommt angeritten um mir den Weg nach draußen zu geleiten.

(diesen sommer) zu erledigen:

Jetzt lieg ich auf der Lauer
Nach dem Sommer, Jungens!

Berthold Brecht

Ihr Lieben!
Wie jeden Sommer kommt jetzt meine to-do-Liste für den Sommer. Denn Sommerpläne sind die besten Pläne! :)
(2010. 2009. 2008. 2007.) Von 2007 und 2008 distanziere ich mich aber :D

- Nach Genova fahren (dieses Wochenende? Dieses Wochenende!)
- Meer sehn!
- Eine wunderbare Wohnung finden
- Einen super Ferienjob haben
- So lange tanzen, bis ich vor Erschöpfung zusammenbreche
- Auf der Schloßmauer Falafeln essen
- Ein klasse Ract!-Festival organisieren & erleben
- Vom 10 Meter Brett springen!
- Als Helferin auf’s Melt! fahren
- Frühmorgens aufstehen und bei aufgehender Sonne mit dem Zug irgendwohin fahren, einen Becher Kaffee in der Hand (natürlich!)
- Berlin, Berlin! (zweimal :D Einmal Bildung, einmal Party)
- Endlich ein Buch schreiben
- Sex am Strand haben
- Nach Marseille, nach Hamburg und nach Prag fahren und außerdem nach Paris, Lissabon oder Istanbul
- Unbedingt wieder in einer Band spielen
- Eine tolle Theateraufführung hinlegen & wunderbare Schultheatertage erleben
- Sommerbobbahn fahren :)
- Wieder mal auf’s Sziget? Auf jeden Fall soviele Festivals wie möglich!
- Lagerfeuerabende mit Gitarren & tollen Leuten & so erleben
- Mal wieder frühmorgens Radio machen
- Überhaupt so viele gute Radiosendungen machen, wie’s nur irgendwie geht!
- Meine letzten Sommerferien genießen
- Liebe Leute besuchen
- Eh soviel’s geht von der Welt sehn!
- Riesige Eisbecher essen
- Unglaublich fantastische Sachen kochen und kreative Kreationen kreeiren :D
- Ein Tattoo stechen lassen
- Ein Roadmovie drehn
- Die Revolution beginnen

… und natürlich noch immer nicht erwachsen werden!

Und die Leute in unsren Köpfen riefen: „Ihr kriegt uns hier nicht raus.“

Und du gehst, du gehst
in die Nacht
in deinen Augen
der Mond, der Mond

Peter Licht – Wir werden siegen

Wieder wanke ich durch Nächte, wieder verschlafe ich den Tag und es ist heiß geworden. Mein Leben in Dauerschleife.
Ich mache mir Sorgen, ich feiere, ich mache mir Vorwürfe, ich küsse. Einige Momente berühren mich und wenn die Hitze mich einschließt wie ein gutmütiges Tier, dann vergesse ich beinahe dass ich manchmal friere. Die Luft riecht auch in der Nacht verheißungsvoll, mein Herz steigt empor wenn ich an Meereswind denke. Aber das Meer erscheint so weit entfernt.


Wellen, die gegen die steile Meeresbrandung schlagen. Salzwasser und der Himmel überall. Willkommen am Ende der Welt. Willkommen am Ende von Müssen und Sollen.

Ich kann keine Lieder mehr über Einsamkeit singen. Manchmal fallen mir noch Worte der Sehnsucht ein. Aber die große weite Welt muss noch ein bisschen auf mich warten und Du; Du fehlst mir auch. Vielleicht bist Du jetzt Synonym für ein Leben, das ich nicht gelebt habe und gegen das ich mich entschieden habe, für den Moment. Aber möglicherweise werden wir uns wieder begegnen, wahrscheinlich nicht berühren und eventuell bricht mir das das Herz. Ich bin oft glücklich in diesen Tagen, aber das Glück ist von einer Art wie es aus Wehmut entstanden sein könnte. Die Hitze hat mich etwas wirr im Kopf gemacht, aber jetzt ist sie aus meinem Körper gewichen.

Doch heute, heute bin ich aufgewacht und habe gemerkt, dass ich nicht in den Armen einer Marmorstatue lag; es war ein Mensch der mich umarmte.