Nutshell.

In Anlehnung hieran oder als Fortsetzung.

Manchmal saßen wir auch in seinem Zimmer über der Stadt, Mo und ich. Vorallem im Winter war das. Wir saßen dann auf dem Sofa am Fenster, schwiegen und rauchten. Mos Hand war warm an meiner Wange und wenn er Rauch in’s Auge bekam, dann blinzelte er immer ganz fürchterlich. Wir lehnten aneinander und schauten nur der Stadt zu, wie sie atmete. Wir waren nie Teil von ihr, ließen sie für einige Zeit allein um wieder zu uns zu finden. Mo war mein Ruhepol zu dieser Zeit und ich wusste, dass wir überleben würden, wenn er mir fahrig über mein Haar strich.
Wir waren Kumpanen, Mo und ich, an unseren Nachmittagen und über alles legte sich dann ein weiches Licht, das die Welt irgendwie besser machte.

Die Türe knallt und Mos Mutter schreit seinen Bruder an. Sie sollte sich freuen, er ist erst seit einigen Tagen wieder da aber stattdessen ist sie noch angespannter. Mo hat gesagt, wenn sie in der Klinik zu Besuch waren, dann kamen seine Mutter und sein Bruder miteinander aus. Aber seit er zurück ist, schreien die beiden sich wieder nur noch an. Mo rollt nur mit den Augen, aber ich weiß wie sehr er seinen kleinen Bruder liebt. Würde es hart auf hart kommen, würde er ihn mit allem beschützen.

Dass wir aus schwierigen Verhältnissen kamen, stimmte nicht. Es gab Leute, die das behauptet hätten aber wir empfanden das nicht so. Die Welt kam aus schwierigen Verhältnissen.
Wir konnten uns beruhigen, wenn wir beieinander waren, Mo und ich. Er nahm mich in den Arm, an manchen Tagen, wenn vor seinem Fenster die Welt tobte. Sie konnte uns dann nichts anhaben, das spürten wir, und mit der Zeit merkte ich, dass auf seinem Gesicht nie ein Schatten lag.