Ich weiß, was ihr kommendes Wochenende tun werdet!

Und ich mach mich jetzt mal auf den Weg.
Hört das Radio Freies Wendland um auf dem Laufenden zu bleiben – verschiedene freie Radios, unter anderem die Wüste Welle in Tübingen, übernehmen zu verschiedenen Zeiten den Stream und auf indymedia könnt ihr auch mal gucken!
Ansonsten bleibt zu hoffen, dass wir viele sein werden!


5 Antworten auf „Ich weiß, was ihr kommendes Wochenende tun werdet!“


  1. 1 derula 06. November 2010 um 22:39 Uhr

    Ich blicke Demos nicht. Sind das nicht nur Mittel von denen, die uns, so wie die Wahlen, glauben machen sollen, dass wir eine Demokratie im engeren Wortsinn („Herrschaft des Volkes“) haben? Dann das haben wir nicht und es wäre auch wenig sinnvoll, da ein Großteil des Volkes dumm ist. Und der Rest weiß auch nicht besser, wie man sinnvoll regieren kann.

    Es ist doch einfach, oder? Du wählst das, was du für richtig hältst, und wenn die nicht das machen was du willst (oder die Mehrheit für andere gestimmt hat), demonstrierst du deinen Missmut öffentlich und versuchst sie friedlich aufzuhalten. Was das ganze bringen soll oder was das gar mit Geschichte schreiben zu tun haben soll, verstehe ich nicht.

    Das was mich aber wirklich davon abhält, gegen irgendwas meine Meinung zu laut kundzutun, ist das Wissen, dass es eigentlich kein Richtig oder Falsch gibt. Ich muss nicht unbedingt das ewige Hin und Her der Politik mitmachen, letztendlich passiert ja doch nichts. Langfristig ist doch eh Stillstand, warum dann diese kleinen Schlenker?

    Das einzige, was Bürger je an wirklicher Veränderung in der Politik erreicht haben ist kompletter Umsturz, Chaos und Krieg. Wenn wir wirklich eine Volksherrschaft hätten, wäre es klar sinnvoll, mitzumachen, aber da wir eh nur Mittel zum Zweck sind (geht zur Wahl! Gebt uns eure Macht!), weiß ich nicht wie das irgendetwas positives bewirken können sollte.

    Ich glaube, dass wenn irgendwer irgendetwas erreichen kann, dann ist das, die Menschen zu ändern. Die Menschen nachdenken zu lassen, ihnen den Hass austreiben. Sie sich umschauen lassen. Aber dafür muss man auf die Menschen aus einer Richtung zugehen, der sie Vertrauen schenken. Ich bin der Meinung, das mit Kunst unendlich viel mehr erreicht werden kann als mit Armeverschränken.

    Aber viel Spaß beim Rumliegen.

  2. 2 kleinegoettin 09. November 2010 um 17:58 Uhr

    Da werde ich demnächst ausführlich drauf antworten, ja? :)

  3. 3 Noah Doersing 10. November 2010 um 17:04 Uhr

    Ich tu‘ hier auch mal meine Meinung kund.

    Ich glaube, dass wenn irgendwer irgendetwas erreichen kann, dann ist das, die Menschen zu ändern. Die Menschen nachdenken zu lassen, ihnen den Hass austreiben. Sie sich umschauen lassen.

    Mit Verlaub, aber das ist hoffnungslos. Schau‘ Dir mal an, wie viele Bild-Leser es gibt. Wie viele andere Menschen es gibt, die egoistisch sind und sagen, dass Atommüll eh nur die nachfolgenden Generationen was angeht und uns deswegen egal sein kann. Weil das alles ja auch sicher ist. (Anekdote: Habe gelesen, dass man Schlamm von den Abwasserrohren von Sellafield nicht nach Schland mitnehmen darf. Haben Greenpeace-Leute mal versucht. Ist zu radioaktiv.)
    Worauf ich herauswill: Menschen sind von Natur aus, da es Emotionen gibt, relativ selbstfixiert. Und das ist auch gut so, weil dadurch Meinungen gebildet werden können. Wenn Menschen ohne Hass oder negative Gefühle wären, dann könnten sie Sachen/Gegebenheiten nicht nicht mögen. Dann wären sie sowieso zufrieden, egal, was passiert. Und das wäre ja nicht so toll. Hass und Unzufriedenheit macht schon Sinn, es gibt verschiedene Ausdrucksmöglicheiten. Ich sehe es auch so, dass Kunst im weitesten Sinne sehr stark dazugehört, zum Beispiel Musik. Aber man muss auch einfach so seine Meinung äußern (können). Das ist wichtig. Freie Meinungsäußerung und die Erwartung, dass das etwas bringt, ist so Menschlich wie Kunst.
    (Ich weiß, das war alles irgendwie strukturbefreit aneinandergereiht. Vielleicht erschien es ja doch logisch.)

  4. 4 kleinegoettin 11. November 2010 um 15:48 Uhr

    Ach, mich machen Aussagen wie „Dann das haben wir nicht und es wäre auch wenig sinnvoll, da ein Großteil des Volkes dumm ist.“ (derula) oder „Mit Verlaub, aber das ist hoffnungslos. Schau‘ Dir mal an, wie viele Bild-Leser es gibt. Wie viele andere Menschen es gibt, die egoistisch sind und sagen, dass Atommüll eh nur die nachfolgenden Generationen was angeht und uns deswegen egal sein kann.“ (Noah) immer ein wenig traurig, da sie einerseits von der Verbitterung und andererseits natürlich von der Desillusionierung der Guten zeugen. (Also, ich geh schwer davon aus, dass ihr zu den Guten gehört, denn ihr sagt ja schon gute Sachen). Ich find Desillusionierung doof, denn Illusionen fördern auch Visionen und selbst wenn es wahr ist, dass ‚alle dumm‘ sind, dann glaube ich nicht, dass sich das nicht ändern kann.
    Den Menschen wird ja ansozialisiert, dass sie nicht kritisch sein sollen und nichts hinterfragen. Und oft beginnen sie dann halt erst mit dem nachdenken, wenn irgendwer/ irgendwas sie darauf aufmerksam macht, dass nicht alles soo toll läuft.

    Und ja: Deswegen brauchen wir Kunst. Und Demos.Deswegen brauchen wir Freies Radio und Internet und ganz viele andere Aktionen und Ausdrucksformen! Denn Menschen lassen sich über viele Wege ansprechen bzw. wollen sich über viele Wege ausdrücken. Und wenn es eine_r für sich besser findet eine Schiene zu schottern als ein Bild zu malen, dann ist das so und ist richtig so. Meiner Meinung nach.

    Außerdem mag ich noch zu bedenken geben, dass bei den Protesten zum diesjährigen Castor-Transport so viele Menschen waren, wie noch nie bei Castor-Protesten im Wendland. Es gibt offensichtlich das Bedürfnis ‚was zu tun‘ und außerdem: Vielleicht kann ja doch alles besser werden!

  5. 5 Diego 17. November 2010 um 17:00 Uhr

    Doch du lebst länger als ein Leben lang
    Du bist das womit alles begann

    Denn du schreibst Geschichte
    Mit jedem Schritt, mit jedem Wort
    Setzt du sie fort
    Du schreibst Geschichte
    An jedem Tag, denn jetzt und hier
    Bist du ein Teil von Ihr

    Egal, was ihr tut, ihr prägt die Welt mit. Es gibt keine andere Möglichkeit. Dies ist die Aussage hinter diesem Lied, die mir sehr viel Mut geben kann.

    Die Proteste im Wendland sind mehr als eine Demo. Was dort in den wenigen Tagen des Castor-Transportes entsteht, ist die „Republik Freies Wendland“, ein herrschaftsfrei organisiertes Miteinander, besetzt von 20.000 Beamten der BRD. Es ist eine Gegenkultur, ein gelebtes Stück Anarchie.

    Und es ist die Absicht, die Zwischen- und Endlagerung durch die eigenen Taten zu verhindern und nicht nur durch eine Demo seine Meinung kundzutun. Nur durch massive Gewalt seitens des Staates ist der Transport möglich. Eine Gewalt, auf die sich die Gegenseite nicht einlassen möchte.

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