Archiv für November 2010

In der Nacht suchte ich dich; in der Nacht fand ich zu dir.

Wir wanken gemeinsam durch die Wirren der Nacht, durch die Turbulenzen in unseren Köpfen und wir kommen uns nah. Ich sehne mich nach dir und ich verwünsche dich dafür, dass du meinem gierigen Herzen delikate Appetitmacher zugeschnippt hast, ohne dass du und ich je die Konsequenzen in ihrem gewaltigen Ausmaß auch nur ansatzweise begreifen konnten. So viele Worte hämmern gegen meine Schädeldecke; Zuneigung zu dir lähmt mich und ist die einzige Triebkraft die ich besitze. Eigenmächtiges Denken habe ich aufgegeben, Ratio kenne ich nicht mehr.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit kommt. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich einmal so weit unten landen würde. Da verleugne ich dich in dem Maße in dem ich dich begehre. Ich sehe zu, wie ich ausblute und denke nicht einmal daran, die Wunde zu versorgen. Mein Kopf und mein Bauch schmerzen vor irrationalen Ängsten – sieh, wie der Horizont verbrennt.

Wie könnte ich dich jetzt noch vergessen? Ich krieche durch die Wüste, hab schon lange den Boden unter den Füßen verloren und wünsche mir, dass der Treibsand mich verschluckt. Vielleicht sollte die Wüstensonne mich wärmen, vielleicht könnte ich endlich schlafen, würde ich mich in den heißen Sand legen.
Meine Kehle trocknet aus aber ich finde den Weg aus der Wüste nicht mehr. Es war doch meine Schuld, ich habe mich doch selbst hier hingeführt.

Wäre ich nur still gewesen. Ich hätte mein Leben einfach fortführen können, würde nun nicht unter der gleißenden Sonne über diese Schutthalde wanken. Die Umgebung hat sich verändert. Statt Dünen und rauem Sand unter den Füßen laufe ich nun über ausgetrockneten Schlamm, über gigantische Geröllfelder.
Hier ist der Nabel der Welt, hier begann mein Leben und hier wird es enden. Hier werde ich für immer bleiben.
Vom Himmel regnet es dickflüssige, weiße Tropfen. Der Boden reißt auf, eine gewaltige Welle überschwemmt mich: Ich befinde mich in einem eben noch ausgetrockneten Flußbett.

Während ich atemlos mit den Fluten ringe möchte ich lachen wie eine Besessene, weil ich an das Glück denken muss, das ich empfand als wir uns berührten. Sehnsucht bleibt the hope of lonesome nights. Auch du hast gelächelt, daran erinnere ich mich.

Ich kann dir nicht verzeihen, dass du mir den Verstand nahmst. Nachdem ich ertrunken bin, erwache ich wieder mit Bauchschmerzen. Ob ich versuche, den verdammten Feuerball am Himmel mit dem Blut zu löschen, das dieser alberne Muskel in meiner Brust durch meinen Körper pumpt, kann ich nicht erkennen. Es ist viel zu hell hier. Anscheinend ist schon lange nicht mehr Nacht.

Zwischennotiz.

Im Grunde genommen hatte ich vor, euch von meiner Reise in’s wilde Wendland (Alliteration ahoi!) zu berichten, doch irgendwie fehlte mir hierzu die nötige Motivation. Außerdem wurde schon so unglaublich viel gesagt und wir haben auch schon so oft im Radio darüber berichtet, dass ich nun müde bin, es ein weiteres Mal zu tun. Stattdessen werd ich irgendwas anderes schreiben. Bestimmt mal.

Ich weiß, was ihr kommendes Wochenende tun werdet!

Und ich mach mich jetzt mal auf den Weg.
Hört das Radio Freies Wendland um auf dem Laufenden zu bleiben – verschiedene freie Radios, unter anderem die Wüste Welle in Tübingen, übernehmen zu verschiedenen Zeiten den Stream und auf indymedia könnt ihr auch mal gucken!
Ansonsten bleibt zu hoffen, dass wir viele sein werden!

I love you in the morning; when you‘re still hung-over.

Mein Pulli ist viel zu groß und unheimlich weich. Schon jetzt kann ich mir nicht vorstellen, jemals etwas anderes zu tragen. Nachdem ich die letzten Nächte immer unterwegs war, um auszuprobieren wie sich die erwachsenen Exzesse anfühlen, bricht nun die Sonne durch mein Zimmerfenster. If we get up now, we can catch the afternoon. Ich sitze auf meinem Bett und frühstücke Pralinen und um mich ist es wieder Indian Summer. Die Stürme sind vergessen und ich bereue nichts. Wie könnte ich? Ich liebe jeden Augenblick in meinem Leben und ich möchte mich für all meine Erinnerungen beglückwünschen. Ich liebe auch diesen Augenblick. Mir wird schlecht, in dem Augenblick in dem du mich küsst, aber ich würde alles für diese Übelkeit geben. Mein Leben veranstaltet ein fantastisches Feuerwerk in meinem Kopf, ein Spektakel der Extraklasse. Ich liebe euch alle.

Am Abend zuvor bin ich vor Rührung fast in meinem Sessel versunken. Es sind die Menschen, die mich umgeben, die mein Leben so unglaublich machen. Ich wollte tanzen, vor Freude, doch es lief nur Rausschmeißermusik. Eine Stunde mehr hatte die Nacht aber die Biorythmen der Menschen stellten sich nicht darauf ein. Ein bisschen haben wir doch trotzdem getanzt.

Ich bin so müde und der Herbst, der durch mein Zimmerfenster strömt, riecht nach Frühling. Jetzt liege ich hier bei dir und später werde ich schlafen. Ich möchte jeden Tag so beginnen, mit Pralinen und diesem weichen Pulli.
„Jetzt bist du erwachsen“, sagen alle. Aber das Beste ist, dass niemand neue Erwartungen stellt. „Jetzt bist du erwachsen und du bist ja du.“, sagen sie. Jedesmal wenn ich diese Leute ansehe, die mich anscheinend gerne mögen, möchte ich vor Glück platzen. Hallo? Die besten Leute der Welt hängen mit mir rum. Ich bin manchmal wirklich sprachlos.

Alles fließt, alles ist in Bewegung und ich bin mittendrin. Ich kuschele mich in meinen Pulli und du kuschelst dich an mich. Ich wundere mich kurz darüber, wieviele ‚Du’s es in meinem Leben gibt. Du und du und du und du und du und ich bin mir nicht sicher, wie es sein kann, dass ich euch alle kennen darf. Wir kennen uns alle ein bisschen anders und manchmal kennen wir uns auch kaum. Ich hoffe, dich wiederzusehen. Ich hoffe, dich kennenzulernen. Ich hoffe, dass du glücklich bist.

Es ist richtig, dass ich hier bin und die Herbstluft meine Lungen füllt. Ein Moment, der sich anfühlt als wäre er Ende und Anfang von Allem was von Bedeutung ist. Ein Moment unter tausend Momenten. Ich möchte mich immer hieran erinnern.
Ein bisschen falle ich und kann mich nicht halten. Ein bisschen atemlos bin ich nun doch, trotz der Herbstluft und trotz dem Frühlingsduft der vielleicht auch von dir ausgeht.

Und dann ist es wieder Abend.
Eine neue Bekanntschaft, ein flüchtiges Stück Nähe aber nicht mehr. Ich würde dich gerne kennenlernen. Will nicht nur dich sondern auch deine Worte kosten.
Eine neue Bekanntschaft. Weißt du noch, als wir uns im Delirium berührten? Ich weiß es nicht mehr. Am Abend suche ich dich.

Heavy night, it was a heavy night.