Archiv für August 2010

Do you want to go to the seaside?



(Photgraphiert von fireball Joël)

Die geneigte Leserschaft wird sich schon beim vorhergehenden Eintrag gefragt haben, ob die KleineGoettin etwa den besten Ort auf der ganzen Welt besucht hat: Das Meer.
Und ja: Hat se! Endlich mal wieder! Und diesmal sogar den Atlantik (wobei fireball Joël ihr ja erklärte, dass sie schon ziemlich oft am Atlantik war, weil Nord- und Ostsee da ja auch irgendwie dranhängen) in Belgien und das war alles sehr erfreulich.
Davor war sie noch n halben Tag in Luxemburg, das war natürlich auch sehr aufregend und so siehts da aus:

(Bild is auch vom fireball Joël!)

Am Meer war’s toll, die KleineGoettin hat sich trotz Windstärke 12 (oder so) wagemutig in die Fluten gestürzt. Und ganz unglaublich viel Pizza gegessen. Und alles andere steht eigentlich hier. Ende der Geschichte :)

(Wobei: Nur Ende dieser Geschichte! Schon morgen gehts‘ noch einmal in die weite Welt hinaus, diesmal nach Erfurt, zur Polyfantasiawoche. Auch davon gibt’s dann hoffentlich spannendes zu berichten!)

Sandsturm.

Meine Haut schmeckt nicht mehr nach Salz.
Der Regen hat die dicke Kruste fortgespült, hat Schlamm und Sand mit sich gerissen und nur der Nachhall dieser Umarmung bleibt. I miss you already.

Das Meer ist mein Verbündeter; meine Komplizin. Und wenn ich mich flehend, bebend auf die Knie werfe und Schlick und Wassermassen meine Beine umspülen, so werde ich wissen, was ich mir einst von der stürmischen See versprach. Maybe the summer will come and clear our minds. Das Meer nicht!, rufe ich, das Meer nicht! Das Meer ist genauso dazed and confused wie ich es bin, wenn ich das dunkle Wasser erblicke.

Aber ich wollte nicht vom Sturm schreiben; nicht von äußeren Metaphern für innere Bilder; nicht von all dem Sand. Ich wollte von der Ausgelassenheit berichten, vom Losgelöstsein und vom Glück in die Wellen zu springen. Aber in Wirklichkeit ist das Meer zu groß und ich zu müde, als dass ich noch irgendetwas sagen könnte. Nur, dass meine Haut nicht mehr nach Salz schmeckt.

Je ne want pas another autumn.

Tagelang saß er damals an der gedeckten Tafel, saß und starrte und probierte hin und wieder von den süßen Speisen. Die Winde wehten nicht während dieser Zeit und nicht einmal eine Fliege summte. Es muss eine unwirkliche Ruhe geherrscht haben, stelle ich mir vor. Kein Spiel der Welt hätte laut genug sein können um die Dichte der Luft in diesem Raum zu durchdringen.

Er hatte vom Krieg geträumt, erzählte er später. Kaum jemand schenkte seinen Worten Beachtung, er galt in diesen Tagen als ein Spinner und Nimmersatt. Als der Krieg kurze Zeit später wirklich ausbrach war er schon in Vergessenheit geraten. Die Leute hatten ihre eigenen Sorgen und Probleme; ihre eigenen Pakete die sie durch die Welt tragen mussten und der Krieg schürte nur die Angst. Das Vergessen war die süße Droge der Leute. Es half ihnen, mit allem umzugehen.

Dass die Mahlzeit verrottete und auch der hölzerne Tisch auf dem sie angerichtet war, interessierte nun niemanden mehr. Er hätte sich darum gekümmert, denke ich. Aber er war fort, hatte seinen Traum mit sich genommen und versuchte vielleicht an einem anderen Ort Unruhe zu stiften. Vielleicht wird der Krieg einmal vorbei sein und die Leute werden wieder über ihn reden. Dass sie etwas Gutes zu sagen haben werden, glaube ich kaum. Er hatte sich erbrochen, damals, doch die Leute hatten die Augen geschlossen, weil die guten Sitten es ihnen geboten.
Mir war so übel, sagte er einmal, mir war so schlecht.

Auch ich habe jahrelang erfolglos versucht, die glatten Wände zu erklimmen.

Den Vögeln brecht ihr solang die Schwingen, bis sie sich nach Käfigfrieden sehnen.

Ich komme nicht umhin, alles mit einer gewissen Traurigkeit zu betrachten. Wer garantiert mir, dass ich morgen noch bin, was ich bin? Wer garantiert mir, dass gut ist, was ich bin? Muss ich nicht jetzt leben um werden zu können, was ich sein will? Ich kann tausendmal von Freiheit schreiben und tausendmal von Freiheit träumen. Ich kann feurige Reden halten und nichts davon wahr machen.

Es war Nacht und ich saß auf einer Kinderschaukel. Bis zu den Sternen sollten meine Füße fliegen; bis zu den Sternen wollte ich abheben. Doch auch kurz vor der Schwerelosigkeit noch, fühlte ich die eiserne Umarmung der Konventionen.

Ich muss eine mündige Bürgern werden. Ich muss freundlich und leise sein und in eurer Schablone leben. Wenn ihr Zweifel seht, dann sprecht ihr von Eventualitäten; von Möglichkeiten und von Sicherheit. Aber eure Schubladen sind mir zu eng; ich kann schlecht atmen darin. „Ohne Schublade keine Sicherheit!“, sagt ihr und schaut gleich weg denn eures Sieges seit ihr sicher.

„Sophismus!“, denke ich mir, „Alles Gerede; dabei wisst ihr nicht einmal woher ihr das habt. Was bedeutet denn Sicherheit? Woher wollt ihr denn wissen, dass die so wichtig ist?“ Und gleichzeitig ruckele ich ein bisschen um es mir in der Schublade bequemer zu machen. Ich versuche schon, mit den Lippen eure Worte zu formen. Auch ich werde morgen von Sicherheit reden. Manchmal denke ich schon heute daran. Noch ist mir schlecht dabei und ich bin froh, dass mir schlecht ist. Aber auch gegen Übelkeit habt ihr ein Mittel.

Eines Nachts werde ich mit den Füßen den Himmel streifen. Ein Stern kann mir vielleicht sagen, in welche Richtung ich soll.

end times.

(Bild hat der Diego gemacht; zu dem gibt’s aber keinen Link)

Im Sommer verreist die Göttin. Das hat Tradition, das hat sie schon immer so gemacht. Und vorallem liebt sie das Reisen. Die vergangene Woche hat sie nach Kassel geführt, wo sie einen Freund besuchte und neue tolle Leute (und Katzen) kennenlernte. Die meiste Zeit saß sie herum und hörte wunderbare Musik. Sie hat jetzt ne ganze Liste mit supertoller neuer Musik, aber gerade eine Band möchte sie euch unbedingt an’s Herz legen: Eels heißen die und sind großartig. Zum rumsitzen und zum wegträumen; morgens und abends. Yeah. Große Liebe und so, nä?

Ansonsten hat die KleineGoettin diesen Sommer auch schon viel über das Leben und so nachgedacht und hofft, diese Gedanken bald mit euch teilen zu können. Aber jetzt ist sie erst einmal in sehnsuchtsvoller Erwartungshaltung, was als nächstes passieren wird. Kassel war klasse (haha, Wortspiel!!!) und der restliche Sommer soll das ja auch noch werden.