Archiv für Juli 2010

Enough of me.

Die Welt scheint dumpf durch den Regen.
Die klare, kalte Bauweise des Gebäudes und mein leeres Inneres verstärken das Gefühl der Entfremdung zusätzlich. Ich bin gefangen in einem Raumschiff, im ewigen Regen, in einer Blase voller Fruchtwasser. Hier gehöre ich nicht hin; mir scheint, dieser Ort will mich fort von sich stoßen. Will mich abweisen wie ein Gore Tex-Mantel das Wasser.

Ich wandere in dem Gebäude herum. Auto-Skelette und hundert oder mehr Esspressomaschinen umgeben mich. Kleine Tusche-Zeichnungen von Pferden und von sich liebenden Menschen hängen an der Wand. Jedes Wort, das ich laut ausspreche, wird tausendfach widerhallen. Ich vermute das zumindest. Nicht, dass es Worte für das Chaos in meinem Kopf gäbe.

Und doch, meine Stimme hat mich nicht verlassen. Ich kann nicht an mich halten und gehe auf eine der stummen Personen zu, die offenbar irgendwo außerhalb von mir existieren. „Entschuldigen Sie“, sage ich durch den dicken Nebel, „Ist dieser alte Mac tatsächlich nur so klein?“ Die Person hebt ihr graues Gesicht aus dem Schatten, von dicken Staubschichten bedeckt, die abzukratzen unmöglich sind.

„Das ist der Fortschritt. Hier sehen Sie die Geschichte der Technik, angereichert auf einem kleinen Tisch. Früher war das unvorstellbar. Es ist immer alles weiterentwickelt worden, immer alles verfeinert und verbessert worden. Das Material aus dem das ist, ist nahezu unverwüstlich. Es gibt so viel Müll auf der Welt, so viel Müll. Und alles worum sie sich scheren, ist es die Technik weiterzuentwickeln. Das ist der Kreislauf. Aber jetzt sind sie soweit, jetzt haben sie das Material gefunden. Ich darf das noch gar nicht sagen, noch ist es geheim. Aber es ist unzerstörbar, das müssen Sie sich einmal denken: Unzerstörbar.
Diese kleinen Roboter könnten wir losschicken und sie könnten alles sauber machen, alles von dem Müll reinigen, den die Menschen machen. Sie selber sind unverwüstlich, sie bleiben nirgendwo liegen und verrotten. Nein, sie werden immer weiter emsig Müll einsammeln, so stelle ich mir das vor.
Die Orte der Ruhe, sie sind so wichtig. Aber darauf achtet niemand mehr, niemand bedenkt, dass es solche Orte zu erhalten gilt. Überall sind die Abgase, der Lärm. Überall sind wir im Stress, aber wir merken das nicht. Deswegen sind die Orte der Ruhe so wichtig, so unglaublich wichtig.
Es gilt sie zu erhalten und die Roboter könnten dabei helfen. Es sollte keine Autos mehr in den Städten geben, dann wäre die Luft besser. Im Schwarzwald da irgendwo, da gibt es eine Stadt, vielleicht kennen Sie die? Dort fließen nur Bäche in der Stadt und es gibt in der Innenstadt keine Autos. Dort ist die Luft besser, das sollte es öfters geben solche Orte der Ruhe. Auch innerhalb der Zivilisation, verstehen Sie?
Aber die Roboter können zu einer besseren Welt beitragen, das glaube ich. Das ist meine Vision, können Sie das verstehen?“

Zum Antworten komme ich nicht, die Person spricht immer weiter, wird immer weitersprechen. Ich bin gefangen in diesem Redeschwall, unfähig mich zu rühren. Ich werde immer hier stehen bleiben. Meine innere äußere Stimme sagt leise zu mir: „Offenbar gibt es viel zu sagen, offenbar hat diese Person sich schon lange nicht mehr unterhalten.“

Meine Lieben,

wenn ihr mich sucht: Ich befinde mich höchstwahrscheinlich in einem ur-münchnerischen Biergarten, die nächsten drei Tage.
Denn ich darf mit meiner Klasse zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit eine Reise unternehmen, und beinahe der einzige Programmpunkt des ganzen Ausflugs ist genau so ein Biergartenbesuch. Yaii.
Ich hoffe sehr, dass das alles toller wird, als ich mir das vorstelle.

it’s such a fairy tale world.

Heute hab ich einen Brief gekriegt…

…da stand drin: http://widerdienatur.blogsport.de/
Also. Unter anderem. Und weil ich den Absender des Briefes und auch das Blog mag, dachte ich mir, dass ich das mal eben hier verlink.

(Außerdem wollte ich ja eh öfters kürzere Dinge bloggen).

Trotz allem noch immer die Eventualitäten.

Früher habe ich das Spiel noch mitgespielt. Es war aufregend und neu. Ich schlüpfte in verschiedene Rollen und beobachtete interessiert die Reaktionen meines Mitspielers. Ich hielt mich immer genau an die Regeln und so konnte ich nur gewinnen.
Doch mit der Zeit begann das Spiel mich zu langweilen. Schon ganz am Anfang wusste ich, wie es ausgehen würde: Es ging immer so aus.

Ich beschloss, die Regeln zu brechen, einfach gar nichts mehr zu tun und den Gegner in die Offensive zu lassen. Was passierte, wunderte mich: Das Spiel nahm seinen Lauf, ganz genau so wie wenn ich mitspielen würde. Merkte mein Gegner nicht, dass ich aufgegeben hatte? Dass ich statt mit meiner gewissen Taktik einfach gar nicht mehr spielte? Oder war es ihm egal?
Nur aus Interesse hatte ich Ehrlichkeit an die Stelle der Koketterie gesetzt; Stille anstatt der netten Lügen.
Es hätte mehr passieren sollen, das hätten meine nicht-Bemühungen verdient gehabt. Aber alles blieb beim Alten.

Das nächste mal werde ich wieder mitspielen. Davor werde ich aber im Stillen die Regeln ändern.

mal wieder vom sommer/ zum Duschen brauch ich kein Warmwasser mehr.

Ich liebe die Hitze.

Die Hitze lässt mich nicht mehr klar denken; sie raubt mir den Schlaf. Ich werde ihn nicht nachholen können. Zu wichtig ist mir das Leben.
In vier Wochen werde ich frei sein. Eine bedingte Freiheit, natürlich; eine zeitlich begrenzte. Aber dann zumindest werde ich mir einbilden können, dass nichts mich aufhalten wird.
Noch immer weiß ich die Wege nicht, die ich diesen Sommer gehen werde. Noch immer kann ich mir nicht vorstellen, mit wem ich die Zeit teilen werde. Aber das macht nichts.

Voriges Jahr schrieb ich – schrieb und wusste ich – dass ich mich mitten in einem unvergesslichen Sommer befände. „Nein, ich denke, ich werde mich an ein buntes Chaos erinnern und an Wünsche und vielleicht an zu wenig Schlaf aber vielleicht auch nicht. Zumindest an Musik werde ich mich erinnern und an wahrgemachte Träume, an Freundschaft und daran, dass es warm war.“, schrieb ich und meine Prophezeiung sollte wahr werden. Während diesem Winter, an den so viele nicht einmal mehr zu denken wagen, fragte ich mich oft, ob es überhaupt jemals einen Sommer geben wird, der an den letzten herankommt.
Ich glaube, es gibt ihn.

Hier, heute, jetzt.

Ich liebe die Hitze auch wenn sie mich durcheinander bringt. Ich denke wirr wie immer, doch noch ein bisschen mehr Schwermut tränkt mein Herz. Wunderer Schwermut, der mich erkennen lässt, dass wir alle bald fliegen werden. Auch das ist so ein Gedanke, an den ich mich noch gewöhnen muss.