Nightfall.

Wir liegen alle in der Gosse und voller Sterne ist die Welt.

Früchte des Zorns – Brennen

Und ich denk: Du lebst nur einmal. Deswegen auch schwuler Sex, Drogen, sich kaputtfeiern. Deswegen auch jedes Verbot kippen. Alles dem Erleben unterordnen. Am Ende bezahlt dich keiner fürs Gehorchen. Und: Eine Sache zu erleben oder eine Sache zu verpassen – wenn du es nur bewusst genug tust, ist es dasselbe Gefühl in derselben Intensität, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Wenn du etwas nicht erreichen kannst, sollst du umso konsequenter scheitern.

aus: Airen – I AM AIREN MAN; Blumenbar Verlag, ISBN 978 -3-936738-85-8


4 Antworten auf „Nightfall.“


  1. 1 derula 28. Mai 2010 um 22:47 Uhr

    Leben soll man also zum Konsum von Gefühlen? Also für sich selbst. Die Regelmacher sind doch eh doof, mit denen will man sowieso nichts zu tun haben. Man kennt sie zwar nicht persönlich, aber man hört so vieles. Bei geordnetem Leben und Schrebergärten kann man nur kotzen. Lass uns ihnen ihre Xenophobie mit gleicher Münze heimzahlen! Wie du mir, so ich dir!

    Ich finde aber, dieses Prinzip ist veraltet. Warum immer nur für sich leben? Kann man sich nicht überlegen, was man für andere tun kann, bevor man sich selbst kaputtmacht? Man muss dies ja nicht auf konforme Weise tun. Man kann doch alle Ketten dafür sprengen. Seine eigene Welt benutzen, um anderen zu helfen. Die Untergangsstimmung kann dabei ja bleiben.

    Duesenjaeger – Auch nicht anders
    AmDamDes – Tote Szene
    Taktlos – Heldengedicht

    Aber auch:
    NoRMAhL – Weiße Mäuse
    Schleim-Keim – Mach dich doch selbst kaputt

    Ach, ich weiß es doch nicht. Vielleicht hab ich ja unrecht. Aber ich will mir wenigstens selber treu bleiben, denn wenn ich einfach mache was alle sagen – egal wer es nun ist – dann habe ich definitiv verloren (Toxoplasma – Alte Zeiten).

  2. 2 kleinegoettin 28. Mai 2010 um 23:07 Uhr

    Für sich selber leben heißt nicht „nicht für andere leben“, denke ich. Wenn ich mich den Regeln füge und dabei glücklich bin – auch dann lebe ich für mich. Sich gezwungen allen Zwängen zu entbinden ist nicht richtig. Aber jetzt bin ich schon abgekommen, vom Eigentlichen.

    Denn was ich im Grunde genommen sagen wollte, war das Folgendes, wobei ich natürlich nur für mich – wirklich nur für mich – sprechen kann: Ich mag nicht für’s Gehorchen leben. Dennoch hasse und verachte ich nicht jene, die das tun. „Mit gleicher Münze heimzahlen“ mag ich nicht, stattdessen, wie du sagst: Meine eigene Welt benutzen um anderen zu helfen.

    Es gibt viele Möglichkeiten das zu tun. Und falls ich mich dabei „kaputt mache“ – wie du sagst – oder „intensiv lebe“ – wie ich sage – ich weiß nicht, inwiefern und überhaupt: Ob mich das davon abhält, anderen zu helfen. (Satzbau ftw!)

    Ich bin keine Hedonistin. Keineswegs. Für mich gehört zum intensiv leben: Musik, Politik, Wut und auch Party und Feiern. Musik die berührt – mich und andere. Politik – für alle. Wut und Trauer – um uns, um die Welt, damit sie besser wird. Party und Feiern, denn trotz allem leb ICH ja nur einmal. Soviel Hedonist bin ich dann doch.

    Ich hoffe, dass sich das alles jetzt nicht so anhört, als wolle ich mich rechtfertigen – will ich nämlich gar nicht. Aber ich hab versucht angemessen auf deinen Kommentar zu antworten, über den ich mich nämlich sehr gefreut hab! :)

  3. 3 derula 28. Mai 2010 um 23:14 Uhr

    Das ist auch okay so, aber ich denke der zitierte Text sieht das etwas anders. Dort steht „kaputtfeiern“, „*alles* dem Erleben unterordnen“, „*jedes* Verbot kippen“ – da geht es nicht nur um anders sein und Spaß haben, da geht es um trotzig sein, alles scheinbar spießige grundsätzlich ablehnen, gewisse Gruppen von Menschen von vornherein vorverurteilen. Also so verstehe ich den Text zumindest. Dass das nicht wirklich zu 100% deine Ansicht trifft, davon ging ich eigentlich aus :)

  4. 4 kleinegoettin 28. Mai 2010 um 23:19 Uhr

    (selbst wenn du „alles“ dem Erleben unterordnest kann es doch aber sein, dass zum Erleben auch „die Anderen“ gehören. Also möglicherweise auch die, die Verbote aufstellten oder predigen. Nur um dir zu wiedersprechen! ;) Eigentlich hast du ja Recht, jajajja :D Wobei wir wiederrum nicht wissen, wie Airen das gemeint hat, als er das schrieb :) )

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