Archiv für März 2010

I love you in the morning.

Busfahrer zu sein, ist bestimmt ein bisschen so wie seine Unschuld zu verlieren.

Eilig und naiv rennen die gehetzten Büromenschen über den Busbahnhof; laut und die-offene-Wodkaflasche-unter-dem-Mantel-versteckend nehmen sich Jugendliche nachts selbstverständlich das Recht in den Bus einzusteigen. Denn in der Regel sind diese Orte nur Nebenschauplätze. Kaum ein Beobachter verharrt hier lange, kaum eine Tragödie spielt sich hier ab. Nur ein weiterer Durchgang auf der Reise in die Nacht; auf dem Weg ins Einkaufszentrum; nur ein Mittel zum Zweck.

Armeen von Rauchern, Flaschensammlern; Lesenden und Shoppenden versammeln sich hier. Es ist ihr Ort. Es ist mein Ort. Auch du kannst hier sein. Es ist dein Ort. Es ist ein guter Ort, denn das wirkliche Leben ist für uns alle anderswo. Haben sich die zwei besten Freundinnen hier gestritten? Ist der alte Fahrradfahrer kürzlich hier umgerempelt worden? Es ging nicht um den Ort. Trotz allem wird dieser Ort spätestens morgen wieder unbefleckt sein. Mit einem Schmunzeln werden wir ihn betrachten; wenn wir uns entfernen, dann vergessen wir ihn.

Höchstens als Metapher für einen Moment hat er in unseren Köpfen Platz. Höchstens ein Bild für einen Zeitraum, ein Gefühl, eine Erinnerung. Nie ist da mehr, bis wir unsere Unschuld verlieren und Busfahrer werden. Denn dann sind wir der Ort.

Long live the springtime!

Jetzt blogge ich, wie so oft, auf meine furchtbar uneffektive Weise. Erst kommt gar nichts, dann ganz viel. An dieser Stelle müsst ihr laut ‚Ketchupflasche!‘ schreien. Oder auch nicht. Es sei euch überlassen ;)
----
Theoretisch bin ich für heute mit Chemie versöhnt. Meine Chemielehrerin hat mir nämlich einen Schokomuffin überreicht. Dennoch verbessere ich momentan lieber meine Internetpräsenz als meine Fähigkeiten chemische Reaktionen nachzuvollziehn. Außerdem hab ich heute schon ewig viel gelernt. Wusstet ihr, dass diese ganzen zwischenmolekularen Kräfte gar nicht soo schwer zu verstehen sind? Die Van-der-Waals-Kräfte zum Beispiel, die sind ganz cool, weil die sind eigentlich wie Magneten und entstehen durch Zufall. Und je größer so ein Molekül ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Van-der-Walls-Kräfte gibt, denn ähm, ohmeingott, wie erklär ich das denn jetzt am besten? Also, wenn ihr fünf Erbsen habt, dann ist die Wahrscheinlichkeit ja nicht so hoch, dass eine von denen irgendwie mutiert ist. Aber wenn ihr fünfzigtausend Erbsen habt, dann ist die Wahrscheinlichkeit schon viel höher. So ist das mit den Van-der-Waals-Kräften halt auch. You see? :)
----
Ochgottchen, jetzt langweil ich euch mit Chemie :D Wenn ihr das schlimm findet, dann schreit einfach auch ganz laut ‚Ketchupflasche!‘. Das wird alles besser machen.
----
Spring is in town. Yeahyeahyeah :D Ich bin so glücklich heut, das glaubt mir keiner! :)
----
Außerdem hatte ich heute eine Autobahnfahrt. Bei strahlendem Sonnenlicht. Irgendwie ist das super. Ich hab mich so ungeheuer groß & frei & das alles gefühlt. Dazu kam, dass ich eigentlich dachte, es sei eine normale Fahrstunde und dann haben wir auf einmal eine Sonderfahrt gemacht, das hat mich sehr erfreut!
----
Ach. Ich hab am Wochenende „Strobo“ gelesen, von Airen, dem Blogger, ihr wisst schon. Naja. Und heute hab ich dann mit „Axolotl Roadkill“ angefangen. Na, ihr wisst schon. Das Buch um das es so einen riesen Skandal gab, weil viele Stellen aus „Strobo“ und anderen Quellen geklaut sind. Bis jetzt habe ich erst ein paar Kapitel gelesen, aber ich muss sagen, dass ich „Strobo“ besser fand. Kann an meinen ganzen Voruteilen liegen. Andererseits schmeißt Helene Hegemann in „Axolotl Roadkill“ die ganze Zeit mit kompliziert klingenden Fremdwörtern um sich. Ich mutmaße, dass sie das irgendwie auch macht, damit sie (trotz ihres Alters) für voll genommen wird. Ich mach das ja auch oft. Unbedingt fesselnd find ich das aber nicht. Wobei ich mir jetzt noch gar kein Urteil erlauben will und so, ich bin ja noch nicht sehr weit. „Strobo“ kann ich euch aber wärmstens ans Herz legen! Vielleicht denk ich deswegen heute auch so über die gute alte Jugend nach.
-----
Bald ist wieder Zeit für eine „(diesen sommer) zu erledigen„-to-do-liste! Hab ich festgestellt :)
----
Morgen um 19 Uhr auf der Wüsten Welle; 96,6 mHZ in der Region Tübingen/ Reutlingen und im Livestream unter www.wueste-welle.de: Crazy Kitchen! Das Ract!-Festivalradio. Ich dachte, wenn ich schon am Wochenende die Klos bei uns im Radio putzen musste, aufgrund meiner neuen Zugehörigkeit bei dieser Redaktion kann ich auch gleich ein bisschen Werbung für machen! ;)
----
Jetzt lern ich Chemie. Ohne Kompromisse.
----
(Ich hab Bock auf Ketchup).

Das wissen wir jetzt also über mich / Dagobert Fuck.

In den vergangenen vier Tagen wurde mir zweimal von eher fremden Leuten erzählt, wie sie meine Jugend beobachtet und beurteilt haben. „Jaa.. du hast ja viele verschiedene Phasen durchgemacht…“, haben sie beide fast wörtlich gesagt und beidemal sofort meine Haare als aussagekräftige Belege meiner Wandlungen herangezogen. Wild über ihren Köpfen fuchtelnd haben sie mir erklärt: „Und dann waren die ja mal pink und grün und irgendwie so halb abgeschnitten und verfilzt und rot waren sie ja auch noch.“ Naja. Wahrscheinlich hat mein sich ständig änderndes Äußeres einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Obwohl meine Haare niemals halb abgeschnitten waren und bunt auch immer nur recht kurzzeitig. Dreads hatte ich ne längere Zeit und dann ne ganze Weile ganz kurze Haare.

Aber genau darum geht es nicht. Es geht ja auch nicht darum, dass ich „eine Zeitlang ja auch immer schwarz getragen“ habe oder dass ich mich „inzwischen wieder gefangen“ habe. Wär ja noch mal schöner, wenn. Ich werde mich nie fangen, hoffe ich. Ich meine, klar hab ich mich verändert. Der Weg ist das Ziel und so. Aber ich bin immer noch jung, das mag ich mir von keinem wegreden lassen. Ich hab immer noch das Recht, „schwierige“ Phasen zu durchleben und merkwürdige Dinge mit meinen Haaren anzustellen und außerdem gibt’s da ja auch noch die Wut. Nicht, dass ich permanent wütend wäre, oder so, aber teenage angst war schon immer ein toller Ausdruck. Erst fand ich Nirvana gut und konnte trotzdem nicht nachvollziehen, was teenage angst ist und dann spürte ich teenage angst und fand Alice In Chains besser als Nirvana. Und ich bin noch immer teen, bis zur magischen 27 sind’s noch 10 Jahre und überhaupt. Eigentlich wollte ich nur verlauten lassen, dass ich einigermaßen irritiert bin, wie sehr Leute sich doch von Äußerlichkeiten beeinflussen lassen. Oder vielleicht hab ich auch ein wenig Angst, dass ich tatsächlich dabei bin, mich „zu fangen“. Also hab ich eben so aus Protest ganz, ganz laut WIZO, Chefdenker & co. angeschmissen. Viva good ol‘ punkrock! Viva teenage angst! Viva change! Viva young days, forever!

(So. Und cool wie ich bin könnte ich euch jetzt noch eine Galerie mit Frisuren von mir im Lauf der Jahzente… ähm, Jahre hinklatschen. Hab ich aber keine Lust zu. Stattdessen ein anderes Bild, das auch irgendwie zum Thema „Jugend“ passt. Immerhin ist man da so voller Selbstzweifel und so. Und außerdem ist es, glaub ich, ein Merkmal meiner Generation, dass sie sich gerne Dinge irgendwo auf den Körper schreibt (also vorallem auf die Hand und manchmal auch auf so kleine Zettel, das gehört dann aber nicht zum Körper) und das dann fotografiert und in’s Internet stellt. Ganz abgesehen davon passt das auch zu meiner icanread,too-Reihe. Tadaaa:)