Das wissen wir jetzt also über mich / Dagobert Fuck.

In den vergangenen vier Tagen wurde mir zweimal von eher fremden Leuten erzählt, wie sie meine Jugend beobachtet und beurteilt haben. „Jaa.. du hast ja viele verschiedene Phasen durchgemacht…“, haben sie beide fast wörtlich gesagt und beidemal sofort meine Haare als aussagekräftige Belege meiner Wandlungen herangezogen. Wild über ihren Köpfen fuchtelnd haben sie mir erklärt: „Und dann waren die ja mal pink und grün und irgendwie so halb abgeschnitten und verfilzt und rot waren sie ja auch noch.“ Naja. Wahrscheinlich hat mein sich ständig änderndes Äußeres einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Obwohl meine Haare niemals halb abgeschnitten waren und bunt auch immer nur recht kurzzeitig. Dreads hatte ich ne längere Zeit und dann ne ganze Weile ganz kurze Haare.

Aber genau darum geht es nicht. Es geht ja auch nicht darum, dass ich „eine Zeitlang ja auch immer schwarz getragen“ habe oder dass ich mich „inzwischen wieder gefangen“ habe. Wär ja noch mal schöner, wenn. Ich werde mich nie fangen, hoffe ich. Ich meine, klar hab ich mich verändert. Der Weg ist das Ziel und so. Aber ich bin immer noch jung, das mag ich mir von keinem wegreden lassen. Ich hab immer noch das Recht, „schwierige“ Phasen zu durchleben und merkwürdige Dinge mit meinen Haaren anzustellen und außerdem gibt’s da ja auch noch die Wut. Nicht, dass ich permanent wütend wäre, oder so, aber teenage angst war schon immer ein toller Ausdruck. Erst fand ich Nirvana gut und konnte trotzdem nicht nachvollziehen, was teenage angst ist und dann spürte ich teenage angst und fand Alice In Chains besser als Nirvana. Und ich bin noch immer teen, bis zur magischen 27 sind’s noch 10 Jahre und überhaupt. Eigentlich wollte ich nur verlauten lassen, dass ich einigermaßen irritiert bin, wie sehr Leute sich doch von Äußerlichkeiten beeinflussen lassen. Oder vielleicht hab ich auch ein wenig Angst, dass ich tatsächlich dabei bin, mich „zu fangen“. Also hab ich eben so aus Protest ganz, ganz laut WIZO, Chefdenker & co. angeschmissen. Viva good ol‘ punkrock! Viva teenage angst! Viva change! Viva young days, forever!

(So. Und cool wie ich bin könnte ich euch jetzt noch eine Galerie mit Frisuren von mir im Lauf der Jahzente… ähm, Jahre hinklatschen. Hab ich aber keine Lust zu. Stattdessen ein anderes Bild, das auch irgendwie zum Thema „Jugend“ passt. Immerhin ist man da so voller Selbstzweifel und so. Und außerdem ist es, glaub ich, ein Merkmal meiner Generation, dass sie sich gerne Dinge irgendwo auf den Körper schreibt (also vorallem auf die Hand und manchmal auch auf so kleine Zettel, das gehört dann aber nicht zum Körper) und das dann fotografiert und in’s Internet stellt. Ganz abgesehen davon passt das auch zu meiner icanread,too-Reihe. Tadaaa:)


1 Antwort auf „Das wissen wir jetzt also über mich / Dagobert Fuck.“


  1. 1 derula 02. März 2010 um 16:58 Uhr

    Pff „Phasen“, „wieder fangen“…! Das ist doch bloß die Angst vor dem Fremden, und die Leute sagen sich dann: „Wenn sie so aussieht wie normale Leute, dann ist sie normal, sonst ist sie merkwürdig!“

    Weil ich Leute, die so denken, nicht besonders schätze, trage ich lustige bunte Klamotten. Wenn jemand deshalb nichts mit mir zu tun haben will, weiß ich, dass ich auch nix mit ihm zu tun haben will!

    Funktioniert eigentlich relativ gut :)

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