tangerine.

Ich bin so kalt. Die Musik treibt mir Tränen in die Augen, wühlt mich auf, asozalisiert mich. Denn ich kann nicht anderst, als nur gebannt der Musik zu lauschen. Kann nichts anderes. Ich liebe nicht mehr. Habe ich das schon zu oft behauptet?
Ich sehne mich noch, noch immer ein wenig, aber vorallem langweile ich mich.

Dann erschrecke ich fürchterlich, wegen einem Geräusch. Etwas ist umgefallen und ich zucke schrecklich zusammen. Wenn ich weniger hassen würde, wäre ich dann weniger kalt? Du machst es mir beinahe schwer, nicht zu hassen, aber ich muss mich nicht zusammenreissen. Beinahe bist du mir egal. Ein wenig verachte ich dich, nehme ich an. Wenn ich weniger kalt wäre, dann wäre ich traurig für dich. Traurig, weil du bist, wie du bist. Das muss sicher grauenvoll sein.

Aber eigentlich bist du nicht Gegenstand meiner Gedanken. Gegenstand meiner Gedanken ist eher, wer noch alles nicht in meinem Kopf ist, obwohl er es sein müsste. Mein Herz rührt sich nicht mehr, nur die Musik macht, dass es immer weiterschlägt. Ich würde weinen, wäre ich nicht so kalt. Herzlos; würde ich sagen wenn das nicht so belastet und klischeebhaftet wäre und wenn ich das Wort „Herz“ nicht im vorletzten Satz schon einmal verwendet hätte.

Ich weiß nicht, worauf ich hinauswill. Aber im Grunde genommen war heute ein seltsamer Tag.