Archiv für Januar 2010

Jenseits der Blinklinie.

‚Cause I‘d get a thousand hugs
From ten thousand lightning bugs
As they tried to teach me how to dance

Owl City – Fireflies

Manchmal kommt es mir so vor, als seien meine Beine zu lang für mein Bett, für meinen Platz hier. Es wirkt auf mich, als seien meine Beine dazu da, mich durch die Welt zu tragen und mir so viel zu zeigen, was ich nie gesehen habe und keineswegs dazu, an einem Ort zu bleiben.
Es ist mal wieder an der Zeit, an den Sommer zu denken und vom Sommer zu schreiben. Obwohl draußen noch Schnee liegt und gestern viele dicke Flocken durch die Nacht geflogen sind.

Oh man. Ich leide an Langeweile und Burnout gleichzeitig. Ich freu mich einerseits, dass viele der Aufgaben die ich habe, bald nicht mehr meine sein werden und nehme andererseits noch mehr neue Aufgaben an. Manchmal analysiere ich meine Situation und merke, dass ich momentan eigentlich traurig sein müsste, aber dazu bin ich zu müde. Zum fröhlich sein reicht es glücklicherweise immer.

Ich weiß gar nicht mehr, weshalb ich blogge. Was soll das denn bitte? Aber auch das ist so eine liebgewonnene Pflicht die ich weiterhin immer mal wieder wahrnehme, auch wenn ich schon lang nicht mehr an irgendeinen Sinn dahinter glaube.

Aber so ist das doch auch irgendwie mit dem Leben. Und bevor ich jetzt große Reden schwing, sag ich mal wieder Adieu.

Ich bin ein Berliner.

(nur um mal wieder was zu bloggen. aus Berlin halt noch.)

So tanze ich mich durch meine Jugend.

Warum auch immer: Für so manches brauche ich Beweise. Beweise, dafür dass die Nacht wahr war, dass ich wirklich da war, Beweise dafür dass es mich gibt, dass ich lebe.
Bevorzugt nehme ich dazu Kaugummiverpackungen. Die türmen sich jetzt in meinem Zimmer und in meinem Herzen. Denn meinen Erinnerungen traue ich nicht. Küss mich, küss mich bis ich nicht mehr kann. Immer lieber ein Foto, ein Lied, eine Handschrift oder eben eine Kaugummiverpackung.

Zum Glück brauche ich mir eines Tages keine Gedanken mehr darum zu machen. Denn dann bin ich tot. Und all das, wofür ich die Beweise gesammelt habe war gut. All die Musik, die ich liebe und noch viel mehr, die ich erst kennenlernen muss. All die Menschen, die Küsse, die Nächte und Tage und alles, worüber ich je weinen oder lachen konnte. Tanzen als Synonym für erleben. Tanzen als Synonym für tanzen.

Tanzen geht auch mit Kaugummiverpackungen im Herzen.

Long nights allow me to feel I‘m falling.

Ich wäre froh, wäre ich weniger wirr im Kopf. Weißt du noch, wie du mir sagtest, dass kein einziger Augenblick auch nur die Ahnung einer Ewigkeit in sich trägt, selbst wenn es ein Augenblick unter den Sternen ist, im Sommer wenn die Wiesen und die Nächte endlos scheinen?
Du hast das gesagt und ich habe es nicht verstanden, aber ich war erstaunt über die Poesie in deiner Sprache und wollte dich küssen. Ich habe mich nicht getraut.

Jetzt ist schon lange Winter und es gibt so viele Geschichten die ich dir gerne berichten würdem aber mir ist übel und die Gedanken an dich wage ich nur im Verborgenen. Du gibst mir nicht die Chance, dich wiederzusehen, dabei könnte es doch sein, dass du tatsächlich der bist, zu dem ich dich mache. Vielleicht ist das Leben gar nicht so schlimm, wie alle sagen, wenn du erst einmal verstehen kannst, was du mir bedeutest.
Aber immer handeln wir nach den gleichen Schemen. Dein Weglaufen bedeutet vielleicht nicht wirklich Weglaufen? Es kann doch sein, dass du nur wegläufst, weil man das so macht?

Weißt du, es ist albern, an solchen Hoffnungen halte ich schon den ganzen Winter, der einfach nicht wärmer werden will, fest.
Eigentlich ist es ein guter Winter und daran bist du natürlich auch Schuld. Erst habe ich mit den Erinnerungen an dich ein wärmendes Feuer entzündet und als das nicht mehr reichte, bin ich dazu übergegangen ein Leben zu leben, wie man es wohl in meinem Alter und als der Mensch, der ich bin, leben sollte.

Ich habe Spaß, weißt du? Alles dreht sich um dich aber ich bin glücklich. Nächte durchgefeiert, herumgealbert und viel zu viel gelacht habe ich. Ich habe Määnner kennengelernt und Partys gefunden und obwohl es wahrscheinlich nicht unmöglich ist, dich über all dem zu vergessen, schaffe ich es nicht.

Bald sind die Abitur-Prüfungen und dann wird auch schon wieder Sommer sein. Ein Jahr ist dann vergangen, ohne dass ich dich ein einziges Mal geküsst habe. Ich weiß, das ist kitschig aber lass mich doch versuchen, deine Aussage vom Sommer zu wiederlegen. Ich will probieren, dir zu zeigen, dass ein Augenblick die gesamte Ewigkeit erwecken kann und dann will ich die Ewigkeit mit dir auskosten oder auch nur einen Augenblick.

Ich habe zu viel geraucht im letzten Jahr. Viel zu viel getrunken. Und viel zu wenig gelernt, dabei sind es nur noch vier Monate bis ich Abitur schreibe. Was hast du gemacht, im letzten Jahr? Hast du dich auf die Prüfungen vorbereitet? Ich hoffe es.
Mein Leben macht zwar Spaß doch „So kann ich nicht weitermachen“, denke ich oft. Ich habe solche Lust zu weinen, immer wenn ich über die Welt nachdenke und über dich und über die Nacht unter den Sternen.

Wahrscheinlich habe ich mich damals in dir getäuscht und möglicherweise mache ich das heute noch.
Damit all die Worte in der zähen Wirklichkeit bestehen können, denke ich, dass sie ebenso wahr sein müssen. Ich sage nun nicht „Ich liebe dich“, aber ich sage „Ich denke an dich, die ganze Zeit.“

Schade, dass ich so wirr im Kopf bin.