„Now Baby what‘ve you done to your hair?“

Grade das im Mädchenblog gesehen & weil ich das Buch auch mal gelesen hab & seit ich das neue Blog hab permanent Lust auf Schreiben aber gar nichts wirklich interessantes hab, dacht ich mir, ich schreib einfach dazu mal was.



to be seen / to be noticed.
Möglicherweise und meiner Meinung nach ist das „gesehen werden wollen“ eines der wesentlichsten jener Dinge, die unser Handeln bestimmen. Zu oft verwechseln wir das dann aber selber mit „bemerkt werden“ und machen uns hübsch (in dem wir uns kiloweise Schminke ins Gesicht klatschen und versuchen uns auf das „Idealuntergewicht“ runterzuhungern) damit uns ja auch viele Leute auf den Arsch glotzen. Und tun sie das, dann fühlen wir uns gut. Zumindest für einen kurzen Moment. Wir sind ja bemerkt worden. Und vielleicht, vielleicht… Aber meistens wird aus „Vielleicht, vielleicht“ dann nichts und wir sind enttäuscht, wenn es wieder nur eine oberflächliche Begegnung war. Enttäuscht und möglicherweise fühlen wir uns dann auch ausgenutzt. Als Anschauungsobjekt missbraucht, auf Unwesentliches reduziert. Was wir in der Nacht geträumt haben und wie wir die Welt verändern wollen will niemand wissen.

Warum eigentlich nicht?, fragen wir uns dann und oft genug kommen wir zu dem Fehlschluss, dass wir wohl nicht attraktiv genug sind um interessanter als nur für einen kurzen Flirt zu sein.
Das ist auch so etwas, was uns die Industrie netterweise in jahrelanger Gehirnwäsche mit auf den Weg gegeben hat: „Die Prinzessinnen die am Ende einen muskelbepackten Prinz abbekommen, die sind schön. Die aufregenden Femmes Fatales, die von groß gewachsenen Liebhabern umschwärmt sind, sind schön. Selbst die Mutter die die Wäsche ihres Sunnyboys mit Persil wäscht ist schön.“ Da ist für jeden was dabei. Nur leider nicht für jede Schönheit. Und weil sie uns so wunderbar präsentiert wird, denken wir gar nicht mehr daran, dass es auch eine andere Schönheit gibt als jene die uns täglich in Internet, Fernsehen und Modemagazinen anlacht. Die Schlußfolgerung daraus scheint dann logisch: Ich muss aussehen wie die Prinzessin, damit der Prinz mich toll findet.

Aber warum, warum, warum wollen wir eigentlich so einen doofen Prinz, der gar nicht fragt was unsere Meinung zur Welt ist sondern nur an unseren äußeren Werten Interesse hegt? Warum, warum, warum geht einfach nicht in unsere Köpfe, dass der echte Prinz der uns sehen soll möglicherweise gar nicht bemerkt, welche Kleidergröße wir tragen oder wie unsere Haare frisiert sind? Warum, warum, warum lassen wir uns immer wieder enttäuschen, jedesmal wenn wir bemerkt wurden und doch eigentlich gesehen werden wollten?

Weil wir verwirrt sind. Verwirrt und viel zu verunsichert.