Wenn Äpfel reif sind, fallen sie vom Baum.

Kompromisslos.

Mehr denn je habe ich das Gefühl, weg zu müssen. Neue Dinge zu sehen und die alten Dinge neu wahrzunehmen. „Veränderung“ war früher ein Schlagwort. Heute ist mehr als nur Veränderung. Mir scheint es ist ein Abschied und ein Neubeginn. Auch wenn ein unaufmerksamer Beobachter das als genau das bezeichnen würde, was von der Allgemeinheit so einfach „Veränderung“ genannt wird, spüre ich doch, dass es diesmal nicht nur darum geht. Dass das nicht der Abschied von etwas ist, sondern der Abschied von einer langen Zeit des Wartens. Dass jetzt ich an der Reihe bin, dass ein Traum wahr wird und eine Ära beginnt.

Es klingt pathetisch und möglicherweise klingt es naiv und albern. Doch es fühlt sich an, als wäre in den letzten Wochen das endgültig vorbeigegangen, was den vielversprechenden Namen „Kindheit“ hat und womit ich nicht nur die glückliche Zeit des Spielens und Luftschlösserbauens und Mitbäumenredens meine, sondern auch diese Jugendzeit in der das alles noch nicht allzu lange vorbei ist. In der noch immer so viele erste Male vor einem liegen, in der die Welt noch immer viel zu weit und viel zu groß und dennoch klein genug erscheint, sie zu erobern. Diese lange Zeit des Verabschiedens vom Spielen und Luftschlösserbauen und dem Mitbäumenreden, diese lange Zeit in der man noch immer denkt, dass man in der Kindheit vielleicht einen Weg gefunden hat, die Zeit anzuhalten und in der der Tod kaum mehr als ein kalter Atemhauch ist.

Nein. Ich sage nicht, dass ich jetzt erwachsen bin. Auch nicht reifer oder weiser oder weniger naiv. Und schon gar nicht sage ich, dass ich aufgehört habe Luftschlösser zu bauen. Ich werde nie aufhören Luftschlösser zu bauen, es ist eine meiner Grundeigenschaften Luftschlösser zu bauen, aber dennoch sage ich, dass sich etwas verändert hat. Und dass ich nun weg muss. Womöglich werde ich nie den genauen Grund benennen können aber womöglich wird mir das richtige Wort immer auf der Zunge liegen.

Doch “The difference between the right word and the almost right word is the difference between lightning and a lightning bug.” sagte Mark Twain und wenn er Recht hatte wird mich vielleicht nie jemand verstehen. Dann müsst ihr mir glauben und an das glauben was ich sage und daran glauben, wenn ich sage, dass es so sein muss. Dass ich weg muss und erleben muss.

Inzwischen wiederhole ich mich, es gibt wohl nicht mehr dazu zu sagen. Ich sollte es den Äpfeln gleichtun. Kompromisslos.

(eines tages muss ich das sowieso. ob heute oder morgen „eines tages“ ist, ändert nur die zahl der abenteuer die ich erleben werde. so hoch wie möglich sollte sie sein.)